Wohnprojekt in Werne: Die Bagger rollen wieder am Becklohhof

dzWohnen in Werne

Seit einigen Tagen ist auf dem Grundstück am Becklohhof/ Tenhagenstraße wieder mächtig Betrieb. Die Vorbereitungen für das Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ laufen. Und der Zeitplan steht.

Werne

, 14.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange hat das Mehrgenerationen-Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ nur auf dem Papier existiert - so wie bei Bauprojekten üblich eben. Die Grundrisse der vier geplanten Häuser auf dem 4400 Quadratmeter großen Grundstück an der Tenhagenstraße / Becklohhof hatten die Mitstreiter bereits im Mai 2019 in einem symbolischen Akt abgesteckt. Im März 2020 folgten die ersten kleineren Vorbereitungen auf dem Gelände: Heckenschnitt. Einfahrtsbereiche freiräumen, Wurzeln entfernen.

Seit vergangener Woche sind nun wieder die Bagger im Einsatz - und bewegen jede Menge Erde. Der Mutterboden wird abgetragen, die Baustelle für die Tiefbauarbeiten vorbereitet. Und die sollen voraussichtlich spätestens im März 2021 abgeschlossen sein, wie Gabriele Bleker, Mitstreiterin des Wohnprojekts, auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte.

Danach geht‘s auch schon an den Hochbau. Der entsprechende Auftrag sei bereits an eine Firma vergeben. Die wiederum liefert dann fertige Module, die vor Ort montiert werden.

Und wann können die ersten Mieter einziehen? „Wir hoffen, dass es im Frühjahr 2022 soweit ist“, sagt Bleker. Gut sieben Jahre hätte die Umsetzung des Projekts dann gedauert - von der ersten Idee bis zum Einzug der ersten Mieter. „Man kann jetzt schon sagen, dass es ein spannendes Projekt, aber auch eine große Herausforderung war“, so Bleker.

Bagger tragen den Mutterboden ab. Es sind die Vorbereitungen für die Tiefbauarbeiten.

Bagger tragen den Mutterboden ab. Es sind die Vorbereitungen für die Tiefbauarbeiten. © Jörg Heckenkamp

Die soziale Komponente trage das Projekt auch nicht bloß im Namen. Denn von der Planung bis zur Umsetzung haben die Mitstreiter alles gemeinsam und in Eigenregie gemacht. Soll heißen: Einen großen Investor, der im Hintergrund die Strippen zieht, gab es nicht.

Nur noch zwei Wohnungen sind zu vergeben

Wer noch auf den Wohnprojekt-Zug aufspringen will, der sollte sich beeilen. Denn lediglich zwei Wohnungen sind noch nicht vergeben. Und für die gibt‘s auch schon Interessenten. Man hoffe, sagt Bleker, dass man diese beiden Wohnungen an Familien vergeben könne.

Bislang sind die im Mehrgenerationen-Wohnprojekt nämlich noch Mangelware. Zwar reiche die Altersstruktur der Bewohner von 30- bis 70-Jährigen. Doch handle es sich dabei eben vor allem um ältere Ehepaare und Alleinstehende. Haushalte mit Kindern fehlen noch

Was die Ausstattungsmerkmale des Wohnkomplexes am Becklohhof betrifft, hat man sich hingegen bereits festgelegt. Ein Bau in Holzkonstruktion soll es werden, mit einer Fotovoltaikanlage und Pelletheizung sowie einer Starkregen-Rückhaltung. Die Gebäude sollen unter anderem eine Dreifachverglasung sowie eine ökologische Isolierung erhalten.

Man setzt auf Nachhaltigkeit - und weiterhin auf die Gemeinschaft. Denn zusätzlich zu den Wohnungen sollen ein 60 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum sowie ein Appartement errichtet werden, in dem Übernachtungsgäste der Bewohner schlafen dürfen.

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