Wohngebiet Baaken sorgt für reichlich Diskussionsstoff im Ausschuss

Politik in Werne

Mit dem Treffen des Planungsausschusses der Stadt Werne am Dienstagabend im Kolpingsaal hat die erste Präsenzsitzung seit Ausbruch der Pandemie stattgefunden. Dabei gab es reichlich Diskussionsstoff.

Werne

, 27.05.2020, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Atmosphäre bei der Sitzung des Planungsausschusses der Stadt Werne, die am Dienstagabend coronabedingt im Kolpingsaal stattfand, glich der einer Prüfung.

Die Atmosphäre bei der Sitzung des Planungsausschusses der Stadt Werne, die am Dienstagabend coronabedingt im Kolpingsaal stattfand, glich der einer Prüfung. © Eva-Maria Spiller

Wenn man nicht gewusst hätte, dass am Dienstagabend der Planungsausschuss der Stadt Werne tagte, hätte man annehmen können, dass im Kolpingsaal Menschen die letzten Minuten nutzen, um sich zu sammeln, bevor der Hochschuldozent für eine Uniklausur den Raum betritt.

Meterweit voneinander entfernt standen einzelne große Tische mit Mikrofonen, an denen die Mitglieder des Ausschusses darauf warteten, dass der Vorsitzende Michael Zurhorst (CDU) das Wort ergriff. Was er dann auch tat.

„Das ist die erste Präsenzsitzung seit Ausbruch der Pandemie“, hallte Zurhorsts Stimme durch sein Mikrofon in die weit verstreute Runde im Saal, bevor es an die Tagesordnung ging.

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Zu Gast war Jochen Bauer vom Lippeverband, der mehr als eine Stunde über die Entwicklung der Umgestaltung und Renaturierung der Lippe in Werne informierte. Allerdings handelte es sich hier nur um erste Informationen. Beschlüsse wurden nicht gefällt.

Wohnquartier Baaken sorgt für Diskussionsstoff

Diskussionsstoff gab es vor allem bei der Vorstellung des städtebaulichen Konzepts des Wohnquartiers Baaken. Das soll dem Konzept nach 75 Wohneinheiten enthalten (3 zweigeschossige Mehrfamilienhäuser, 23 Reihenhäuser und 23 freistehende Einfamilienhäuser), von denen 18 öffentlich gefördert werden sollen (11 Reihenhäuser, 7 Wohneinheiten in den Mehrfamilienhäusern). Das wären 24 Prozent sozialer Wohnungsbau. Zu wenig für Adelheid Hauschopp-Francke (SPD), die die Anwesenden daran erinnerte, dass sich die Stadt Werne zu 30 Prozent verpflichtet hatte.

Auch der ökologische Standard in dem Baugebiet sorgte für Diskussion. Der Vorschlag der Stadt: Die Vorgärten sollen zu mindestens 50 Prozent wasseraufnahmefähig hergestellt und begrünt werden, etwa durch Sträucher, Stauden oder Bodendecker, und dauerhaft gehalten werden. Flachdächer (23 der 49 Gebäude) sollen intensiv begrünt werden. Und Wege wasserdurchlässig sein.

Die Sitzung des Planungsausschusses im Kolpingsaal dauerte am Dienstagabend über 4,5 Stunden.

Die Sitzung des Planungsausschusses im Kolpingsaal dauerte am Dienstagabend über 4,5 Stunden. © Eva-Maria Spiller

Während Artur Reichert von der FDP erklärte, man müsse den Bauherren überlassen, ob sie gern einen Steinvorgarten haben möchten oder nicht, zog ein ablehnendes Raunen durch die Tischreihen. „Wir müssen gucken, dass wir eine handhabbare Lösung finden“, sagte Planungsdezernent Ralf Bülte. Am Ende wurden mehrheitlich eine intensive Dachbegrünung und eine Begrünung der Vorgärten als Voraussetzung im Baukonzept festgehalten.

Außerdem wurde beschlossen, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, ob im Ortsteil Horst ein kleines Baugebiet für Horster Familien ausgewiesen werden kann, damit sich diese in Horst niederlassen können.

Trixi-Spiegel, Nahwärmenetz und Straßenkataster

In Bezug auf die von der SPD gewünschten Trixi-Spiegel wurde der Stadtverwaltung der Auftrag erteilt, die Umsetzung im Stadtgebiet zu prüfen. Außerdem stimmte das Plenum einstimmig dafür, dass ein Straßenkataster der Stadt Werne erstellt werden soll. Dass es das überhaupt nicht gibt, sondern nur ein Grundstückskataster, verwunderte einige der Anwesenden. Außerdem forderten die Grünen eine Machbarkeitsstudie zu der Frage, ob ein Nahwärmenetz vom Südring bis zum Stadthaus möglich ist. Der Punkt wurde wegen Zuständigkeitsunstimmigkeiten auch mit Blick auf den neuen Klimamanager auf die nächste Sitzung vertagt.

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Auch wenn die Tischregelungen den Mindestabstand zueinander vorgaben, gab es mindestens sechs Situationen, in denen sich Mitglieder des Ausschusses zu nah kamen. Teils mit Maske, teils ohne standen jeweils zwei Mitglieder zusammen, um sich kurz zu beraten oder trafen sich auf Ohrhöhe an der Tischecke des anderen.

Sogar vier Bürger waren am Dienstagabend in den Kolpingsaal gekommen, um sich die Sitzung des Planungsausschusses anzusehen, allerdings strich auch nach ein paar Stunden des insgesamt 4,5 Stunden langen öffentlichen Sitzungsteils der letzte Besucher die Segel und verließ den Saal.

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