Wohnen am Auenpark: Elf Fragen zum Verkauf der Fläche in Selm

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Selm will das Vorzeigeprojekt „Wohnen am Auenpark“ doch nicht selbst realisieren. Der Rat hat dem Verkauf zugestimmt. Das wirft viele Fragen auf. Elf haben wir der Stadtverwaltung gestellt.

Selm

, 20.07.2020, 21:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Zuhause in außergewöhnlichem Umfeld will das Baugebiet „Wohnen am Auenpark“ auf 7,2 Hektar Fläche bieten: zwischen Campus-Platz und Abenteuer-Spielplatz, Sporthallen und Skateranlage, neuem Wasserspiel und renaturiertem Selmer Bach. Ein ehrgeiziges Millionenprojekt, das die Stadt durch ihre Entwicklungsgesellschaft, die SES GmbH, selbst erschließen und vermarkten wollte. Doch es kam anders.

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Der Rat der Stadt hat einem Verkauf der Fläche durch die SES zugestimmt, an der die Stadt mittelbar zu 51 Prozent über die Stadtwerke Selm GmbH beteiligt ist. Die SES war sich mit der bislang nicht in Selm tätigen Wilma Bau- und Entwicklungsgesellschaft West einig geworden. Dazu hat unsere Redaktion Bürgermeister Mario Löhr elf Fragen gestellt. Die Stadtverwaltung hat schriftlich knapp geantwortet.

1. Der Deal über den Verkauf kam für die Öffentlichkeit plötzlich. Hatte die Stadt selbst aktiv Unterstützung gesucht?

Ja, die Stadtentwicklungsgesellschaft ist mit diesem Vorschlag auf die Gremien der Stadt/SES zugekommen.

2. Der sofortige Verkauf der gesamten Fläche wird der Stadt sicherlich kurzfristig liquide Mittel in die Kassen spülen, aber verzichtet die Stadt nicht dabei auf einen Teil der erwarteten Verkaufserlöse, wenn ein Dritter mitverdienen will?

Nein, der Verkauf der gesamten Fläche wird der Stadt kurzfristig keine liquiden Mittel in die Kasse spülen.

3. Lohnt die Ersparnis eigener Ressourcen den Verzicht auf einen Teil der Verkaufserlöse?

Ja, der Verzicht lohnt sich.

4. Dass die Wilma den kompletten Kaufpreis entrichtet, die jeder einzelne Bauherr oder Käufer gegenüber der Stadt zu entrichten hätte, dürfte kaum der Fall sein. Um wieviel fällt daher der Kaufpreis geringer aus, und was muss der Käufer letztendlich für das komplette Grundstück entrichten?

Die Wilma-Gruppe entrichtet an die Stadtentwicklungsgesellschaft den Kaufpreis, der unter anderem aus dem Wert der Grundstücke und den bisher verauslagten Kosten für die Teilerschließung entstanden ist. Die Kosten für die Vollerschließung wird die Wilma-Gruppe tragen. Als Erschließungsträger wird diese die Grundstücke voll erschlossen am Markt anbieten.

5. Kann man schon beziffern, in wie weit sich diese schnellen Erlöse auf den aktuellen Haushalt auswirken werden?

Siehe Antwort zu Frage 2.

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6. Wie hoch ist der Kaufpreis?

Es wurde zwischen der Stadtentwicklungsgesellschaft Selm und der Wilma-Gruppe in Bezug auf die Inhalte des Vertrages wechselseitiges Stillschweigen vereinbart.
7. Wäre es nicht angemessen, eine europaweite Auktion auszuschreiben?

Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat eine Marktabfrage durchgeführt. Letztendlich hat aber die Wilma-Gruppe als einziger Interessent ein komplettes und schlüssiges Konzept auf Kauf, Erschließung und Vermarktung angeboten.

8. Ist dieser plötzliche Verkauf eine unmittelbare Folge der erwarteten Einbrüche der Stadtfinanzen durch die Coronapandemie?
Nein. Der Verkauf ist keine unmittelbare Folge aus der Corona-Pandemie.

9. Der Bebauungsplan sieht ein Nebeneinander von Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Eigentumswohnungen vor. Ist der zukünftige Bauträger an diese Vorgaben gebunden oder kann er Änderungen am Bebauungsplan vornehmen?

Nein.

10. Waren auch der soziale Wohnungsbau und damit preisgebundene Mieten ursprünglich Bestandteil des Bebauungsplanes, und ist der Projektentwickler an Auflagen hinsichtlich der Schaffung bezahlbarer Mieten im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gebunden?

Nein.

11. Zuletzt bezahlt meistens der Käufer oder Mieter die Zeche. Ist der Projektentwickler frei in der Vermarktung der Flächen oder hat die Stadt Preisobergrenzen vertraglich festgeschrieben?

Die Wilma-Gruppe ist frei in der Vermarktung der Flächen. Der Preis bildet sich im Markt und wird sich nach Angebot und Nachfrage richten.

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