Brücke nach Feuer abbruchreif: A40 für Wochen gesperrt

Nach dem Band eines Tanklastwagens auf der Autobahn 40 brauchen Pendler im westlichen Ruhrgebiet noch viel Geduld. Die wichtige A40 bleibt noch wochenlang gesperrt. Und auch der Zugverkehr ist stark betroffen.

18.09.2020, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem schweren Tanklastzug-Unfall mit zwei schwer Verletzten bleibt die Schlagader des Ruhrgebiets, die A 40, noch mindestens zwei Wochen lang gesperrt. So lange dauert der Abriss einer bei dem Unfall am Donnerstag stark beschädigten Eisenbahnbrücke über die Autobahn, der Anfang der kommenden Woche beginnen soll. Das sagten Vertreter der Bahn und von Straßen.NRW am Freitag am Unfallort in Mülheim/Ruhr. Nach dem Brückenabriss muss auch noch der Asphalt auf der Fahrbahn an der Unfallstelle ausgetauscht werden.

Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und der Anschlussstelle Mülheim-Dümpten gesperrt.

Die A40 wird an der Stelle normalerweise von täglich rund 70 000 bis 90 000 Autos befahren, wie der zuständige Abschnittsleiter von Straßen.NRW, Joachim von Bebber, sagte. Viele der Pendler würden sich wohl Ausweichwege suchen, dennoch sei mit deutlichen Behinderungen zu rechnen. Die Bahn führt an der Strecke zwischen Duisburg und Essen derzeit geplante Bauarbeiten aus. Es gibt deshalb bereits einen Ersatzverkehr mit Ausweichrouten per Zug und direkten Busverbindungen. Diese Busse waren aber unter anderem über die A 40 gefahren und müssen jetzt auch auf Nebenstraßen ausweichen. Genaue Routen werden derzeit erarbeitet - mit massiven Behinderungen ist zu rechen.

Der Lastwagenunfall war am Donnerstag an einer denkbar sensiblen Stelle passiert: Über der Unfallstelle verlaufen fünf Eisenbahnbrücken, von denen eine eher für betriebliche Zwecke und die vier anderen für das komplette Zugangebot von der S-Bahn bis zum ICE eingesetzt werden. „Wir brauchen alle Brücken“, sagte der zuständige Bahnmanager Ali Dogru von der DB Netz AG am Freitag.

Der alkoholisierte Fahrer des Lastwagens war laut Polizei nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, gegen eine Abgrenzung geprallt und dann in die linksseitige Betonabgrenzung unter den Brücken gefahren, wo der Transporter zum Stehen kam. Der Tanklastzug geriet in Flammen. 35 000 Liter Kraftstoff verbrannten vor allem unter der mittleren der fünf Brückenbauwerke. Erst nach mehr als einer Stunde war das Feuer gelöscht. Die Flammen waren nach Angaben der Feuerwehr zeitweise 15 bis 20 Meter hoch geschlagen.

Bis zu 1000 Grad heiß sei das Feuer unter der mittleren Brücke gewesen, sagte Dogru. Das habe der Stahl nicht ausgehalten. Die Brücke sei nach Auskunft eines Statikers abbruchreif. Auch die übrigen Brücken müssten noch genauer untersucht werden.

Die Bahn steht vor mühsamen und teuren Arbeiten: Anfang der Woche soll damit begonnen werden, die mittlere Brücke abzutragen. Wenn die Reste beseitigt sind, will die Bahn eine mobile Ersatzbrücke errichten, die natürlich angeschlossen, mit Oberleitung ausgestattet und abgenommen werden muss. All das wird dauern - voraussichtlich Monate. Möglichst bald wird die Bahn mitteilen, wie sie sich den Ausweichverkehr zwischen den Ruhrgebietsgroßstädten Essen und Duisburg in der Zwischenzeit vorstellt.

Zu den Kosten sagten die Bahnvertreter nichts. Der Austausch der Fahrbahn koste rund 60 000 Euro, sagte Bebber.

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