Corona macht kreativ: Studierende eröffnen Fahrradkino in Witten

Kino

Autokinos hatten in den vergangenen Wochen Hochkonjunktur. In Witten planen Studierende nun ein Fahrradkino als Alternative und wollen neben filmischen Highlights auch noch ein Zeichen setzen.

Witten

13.07.2020, 22:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Fahrradkino in Witten werden vier Filme gezeigt.

Im Fahrradkino in Witten werden vier Filme gezeigt. © Veranstalter

Ein Kinoerlebnis ist in Zeiten von Corona zur Seltenheit geworden. Zwar haben viele Filmpalaste seit einigen Wochen wieder geöffnet, doch viele trauen sich noch nicht, ins Kino zu gehen: Vermutlich auch deswegen, weil sich viele Menschen auf engem Raum bewegen. Um dem Abstandsgebot gerecht zu werden, kamen nun zwei Studierende der Universität Witten/Herdecke auf eine besondere Idee: ein Fahrradkino.

Die Vehikel auf zwei Rädern sollen dabei helfen, genügend Distanz zwischen den Besuchern zu schaffen. Die Idee des Fahrradkino hatten die beiden Medizinstudierenden Nikolaus Munzig und Jan Bardelle, die dabei von Einkaufswagen in den Supermärkten inspiriert wurden. „Warum nicht auch Fahrräder als Abstandshalter nutzen?“, dachten sich die beiden. Und schon war der Leinwand-Gedanke geboren.

Besuch der Filme ist kostenfrei

Vier Filme gibt es an aufeinanderfolgenden Tagen zu sehen: Neben dem französischen Streifen „La Haine“ (23. Juli) und „Hidden Figures“ (25. Juli) ist der Klassiker „Casablanca“ (26. Juli) zu sehen. Außerdem werden am 24. Juli fünf Kurzfilme zum Thema „Flucht“ gezeigt.

Da das Fahrradkino vom Hochschulwerk Witten gefördert wird, sind alle Termine für die Besucher kostenfrei. Die Veranstaltungen finden vor dem „Treff“ (Mannesmannstraße 6, 58455 Witten) statt. Sollte es an einem der Abende regnen, steht als Alternative das Jugend- und Kulturzentrum „Werkstadt“ zur Verfügung.

Witten bietet mit dem Fahrradkino damit eine „umweltfreundlichere Alternative zum Autokino“: „Wer ein Fahrrad hat oder leihen kann, ist herzlich eingeladen, vorbeizukommen und mit uns Kino zu erleben“, sagt Munzig. „Mit dem Konzept möchten wir gleichzeitig eine umweltfreundlichere Alternative zum Autokino aufzeigen und dabei einer der Wittener Kulturstätten, der Werkstadt, in diesen schwierigen Zeiten ein bisschen mehr Sichtbarkeit verleihen.“

„Nachhaltig-ökologisches Zeichen“

Gefördert wird das Projekt vom Hochschulwerk (HSW) Witten/Herdecke. Es hatte einen Förderwettbewerb in Höhe von 10.000 Euro für studentische Projekte ausgeschrieben. „Wir haben uns in der zweiten Woche unserer Projektausschreibung für das Fahrradkino entschieden, weil durch die kreative Idee, Kino nach draußen zu verlegen und lokale Strukturen Wittens zu verbinden, vor allem ein nachhaltig-ökologisches Zeichen gesetzt wird“, begründet Kommunikationsvorstand Linus Binger, warum das HSW sich für die Förderung dieses Projektantrags entschieden hat.

„Es wird nämlich dabei nicht nur das ökologische Mobilitätsmittel Fahrrad betont, sondern auch ein sozialer Raum geschaffen, in dem sich trotz Corona begegnet werden kann und der durch gehaltvolle Filme ein Boden für gemeinsame gesellschaftliche Auseinandersetzung bietet.“

Da die Zuschauerzahl pro Abend auf 75 Personen beschränkt ist, ist eine Voranmeldung mit dem Betreff „Fahrradkino + Datum der Vorführung“ (z.B. „Fahrradkino - 23.07.20“) unter Angabe von Name, Adresse und Telefonnummer in Form einer E-Mail an anmeldung@unikat.events nötig. Die Anmeldung kann als Einzelperson, zu zweit (hier sind Anmeldungen von zwei verschiedenen Haushalten möglich) oder als ein Haushalt (max. vier Personen) erfolgen.

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