Wildkräuter in Schwerte: Schmerzmittel und Hautpflege aus der Natur

dzVideo-Serie Teil 7

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 14.06.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: Ein Schmerzmittel und Hautpflege aus der Natur.

Der Löwenzahn

Schon von weitem ist der Löwenzahn an seinen gelben Blüten zu erkennen. Die jungen Blätter lassen sich zum Salat geben oder als Zutat in einem Smoothie zubereiten. „In Frühjahrskuren kann man den Löwenzahn als Tee trinken. Das reinigt das Blut“, sagt Ferdinand Ziese zu der Pflanze, die bei vielen Gärtnern als lästiges Unkraut verpönt ist.

Da Löwenzahn entwässernd wirkt, wird er zur Reinigung der Nieren verwendet. Auch als leichtes Abführmittel findet das Kraut Anwendung.

Es konnte bereits nachgewiesen werden, dass Extrakte aus Löwenzahn die Verbreitung von Prostata- und Brustkrebszellen hemmen konnte.

Der Milchsaft der Stängel wird als Heilmittel gegen Warzen und Hühneraugen empfohlen.

Früher als Kaffee-Ersatz in Gebrauch, wird die Wurzel des Löwenzahns auch heute wieder gern geröstet und als Kaffee aufgebrüht.

Der Löwenzahn ist durch seine gelb Blüte nicht zu übersehen.

Der Löwenzahn ist durch seine gelb Blüte nicht zu übersehen. © dpa

Die Weide

Es existieren etwa 450 unterschiedliche Arten dieses Gehölzes, das als Baum oder Strauch daherkommt. So werden Weiden zwischen wenigen Zentimetern und bis zu 30 Meter hoch.

Die Borke der Weide enthält viele wertvolle Stoffe, unter anderem Salicin. Getrocknet als Tee zubereitet übergibt die Borke die Inhaltsstoffe an den Körper. Das Salicin wird im Körper zu Salicylsäure umgewandelt.

Salicylsäure wirkt fiebersenkend, entzündungshemmend und schmerzstillend und ist in vielen namhaften Schmerzmedikamenten enthalten.

Extrakte der Borke werden oft gegen Rückenschmerzen, entzündliches Rheuma und Arthrose eingesetzt.

Das Laub der Weide wurde früher als harntreibendes Mittel verwendet.

Die Korb-Weide liefert zusätzlich Material zum Flechten von Körben und wurden in der Vergangenheit auch zum Bauen verwendet.

Aus der Weidenrinde wird Salicin gewonnen, das Grundlage von Schmerzmedikamenten ist.

Aus der Weidenrinde wird Salicin gewonnen, das Grundlage von Schmerzmedikamenten ist. © Dennis Görlich

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 7

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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