Wildkräuter in Schwerte: Pflanzliches Waschmittel und Fiebersenker

dzVideo-Serie Teil 5

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 06.06.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: Ein pflanzliches Waschmittel und ein fiebersenkender Baum.

Der Efeu

Die Blätter des Efeu haben eine Herzform. „Wahrscheinlich ist danach einmal unser Herz gemalt worden“, vermutet Ferdinand Ziese. Die immergrüne, ausdauernde Kletterpflanze breitet sich am Boden genauso wie an Hauswänden oder Bäumen aus.

Alle Bestandteile des Efeu sind giftig. Dennoch wird Efeu auch in der Heilkunde verwendet. So soll die Pflanze unter anderem bei der Behandlung von Cellulite helfen und ebenfalls bei Ekzemen oder Hautentzündungen.

Als Zierpflanze ist Efeu beliebt als Wärmedämmung an Hausfassaden. Dort dient er auch als Lebensraum für Insekten und als Nistplatz für Singvögel.

Wer eine pflanzlichen Waschmittelersatz sucht, liegt mit Efeu genau richtig: „Das Efeu kann man zum Waschen benutzen, denn es schäumt in der Waschmaschine auf und reinigt dadurch die Wäsche“, weiß Ziese. Hierzu müssen die Blätter klein geschnitten, in ein Wäschenetz gefüllt und direkt in die Waschtrommel gegeben werden. Für den Schaum sorgen die in der Pflanze enthaltenen Saponine.

Obwohl Efeu giftig ist, findet er in der Heilkunde Anwendung. Aber auch zum Waschen eignen sich die Blätter der Pflanze.

Obwohl Efeu giftig ist, findet er in der Heilkunde Anwendung. Aber auch zum Waschen eignen sich die Blätter der Pflanze. © dpa

Der Ahorn

Der Baum gehört zu den Rosskastaniengewächsen und existiert in unzähligen Arten. Der Zucker-Ahorn ist eine dieser Arten. Dieser ist vor allem für seinen süßen Saft bekannt: „Aus dem Ahorn kann man wunderbar Sirup und Honig machen, der sehr lecker ist“, findet Ferdinand Ziese. Von März bis April lässt sich der Sirup auch bei uns gewinnen.

Der Ahorn ist leicht mit der Ahornblättrigen Platane zu verwechseln, die häufig als Straßenbaum gepflanzt wird.

Junge Ahornblätter können in Salat verwendet werden, allerdings ist hier eine Ernte bis Ende April nötig. Aber auch als Gemüse oder in der Suppe machen die Blätter eine gute Figur.

Ab Mai lassen sich die Früchte des Ahorn sammeln. Diese funktionieren im Salat oder als Snack und enthalten Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Eiweiß.

Ahornblätter sollen fiebersenkend und entzündungshemmend wirken und zudem kühlend bei Insektenstichen wirken.

Der Sirup ist das bekannteste und beliebteste Produkt des Ahornbaumes.

Der Sirup ist das bekannteste und beliebteste Produkt des Ahornbaumes. © Dennis Görlich

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 5

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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