Wildkräuter in Schwerte: Bauern-Apotheke und Vitamin-Bombe

dzVideo-Serie Teil 2

Im Salat oder als Heilmittel sind Wildkräuter bereits seit Jahrhunderten bekannt. Viele laufen an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Dabei bewirkt manches Kraut vom Wegesrand wahre Wunder.

Schwerte

, 23.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wachsen fast überall in der Stadt, werden aber selten beachtet: Wildkräuter. In unserer Serie führt Kräuter-Experte Ferdinand Ziese durch die Welt der Pflanzen am Wegesrand, in denen oft mehr steckt, als man denkt.

Heute: Eine Frucht, die schon im Mittelalter wertvoll war und ein Kraut, das die Zitrone alt aussehen lässt.

Der Holunder

Diese Frucht wächst als großer Strauch oder kleiner Baum auch wild in Schwerte. „Aus Holunder wird häufig Gelee gemacht, man kann ihn aber auch in Teig in der Pfanne braten“, kennt Ferdinand Ziese die Vielseitigkeit dieser Beere. Auch der Saft der Holunderbeere ist sehr beliebt.

Dennoch gibt es auch bei Holunder etwas zu beachten: „Der Stamm ist giftig, da muss man ein bisschen vorsichtig sein.“

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Eine Überlieferung aus früherer Zeit unterstreicht die Bedeutung der schwarzen Beere: „Wer im Mittelalter einen Holunder gefällt hat, den haben sie aus dem Ort gejagt.“ Denn: Bereits seit über 8000 Jahren gilt der Holunder als „Bauern-Apotheke“ und steht in der Nähe unserer Häuser. Er ist reich an Vitamin C und wird als Hausmittel gegen Fieber und Erkältung eingesetzt.

Ab Mai lassen sich die Blüten für einen heilsamen Tee verwenden, von August bis September stehen dann die Früchte zur Ernte bereit.

Auch Holunder wächst wild am Wegesrand in Schwerte. Bereits vor 8000 Jahren wussten die Menschen diese Pflanze zu schätzen.

Auch Holunder wächst wild am Wegesrand in Schwerte. Bereits vor 8000 Jahren wussten die Menschen diese Pflanze zu schätzen. © dpa

Der Giersch

Die Blätter des Giersch sind gefiedert und leicht mit anderen Pflanzen zu verwechseln. Daher der Tipp von Ferdinand Ziese: „Der Giersch ist zu erkennen am dreieckigen Stängel. Das ist ganz wichtig“, warnt der Kräuter-Experte. Damit unterscheidet sich der Giersch nämlich vom Schierling, der giftig ist und einen runden Stängel hat.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal: „Wenn man Giersch zwischen den Fingern zerreibt, riecht er nach Petersilie.“ Giersch gehört nämlich zur selben Pflanzenfamilie, der auch Dill, Sellerie und Karotte angehören.

„Man kann ihn wunderbar mit in den Salat machen, denn er hat viele Vitamine“, weiß Ziese. Dafür eignen sich besonders die jungen Blätter. Ältere Blätter sind in einem Tee besser aufgehoben. Der Stängel ist bitter und zäh und daher nicht zum Verzehr geeignet.

Giersch hat viermal mehr Vitamin C als eine Zitrone und dreizehnmal mehr Mineralstoffe als Grünkohl. Weil er viele Monate wächst und anspruchslos ist, war er gerade während der Weltkriege ein wichtiger Nährstofflieferant.

Bei vielen Kleingartenbesitzern als lästiges Unkraut verpönt, enthält Giersch viermal so viel Vitamin C wie Zitronen.

Bei vielen Kleingartenbesitzern als lästiges Unkraut verpönt, enthält Giersch viermal so viel Vitamin C wie Zitronen. © Dennis Görlich

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Ferdinand Ziese erklärt Wildkräuter in Schwerte, Teil 2

Die Angaben zur Verwendung und Wirkung der Kräuter entsprechen persönlichen Erfahrungen. Nicht alle Angaben sind wissenschaftlich erwiesen. Fragen Sie also in jedem Fall vor der Verwendung von Ihnen unbekannten Kräutern einen Arzt oder Apotheker, ob die Verwendung sinnvoll erscheint. So können Sie Gefahren durch die Einnahme ausschließen.

Kräuterführungen in Schwerte

Vom Markt bis zur Ruhr und zurück

Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die Wildkräuter-Führungen mit Ferdinand Ziese zurzeit ausgesetzt. Ansonsten startet „Kräuter-Ferdi“ seine Rundgänge jeden Mittwoch um 18 Uhr am Marktbrunnen vor St. Viktor. Die Teilnehmer lernen etwa 30 essbare und heilende Kräuter kennen. Anmeldungen sind unter Tel. 0176 66 10 50 30 oder über die Touristik-Information im Ruhrtalmuseum möglich. Eine Spende von 9 Euro an den Heimatverein Schwerte wird erbeten.
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