Wertstoffhof in Selm: Pläne für Neubau liegen derzeit auf Eis

dzRecyclinghof

Der Recyclinghof in Selm ist für viele ein Ärgernis. Enge, Verkehrschaos und Wartezeiten. Eigentlich sollte in diesem Jahr der Neubau zumindest beginnen, doch wie es weitergeht, ist unklar.

Selm

, 02.08.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut zwei Jahre ist es her, dass der damalige Stadtwerke-Chef Stephan Schwager den Umweltausschuss darüber informierte, dass man vorhabe, den Recyclinghof auf die andere Straßenseite zu verlegen. Das Gründstück - geplant war, den Wertstoffhof auf die andere Straßenseite ziehen zu lassen - sei bereits im Besitz der Stadtwerke, hieß es damals, und Ideen, wie man den Bürgern eine möglichst leichte und verletzungsfreie Anlieferung ermöglichen könne, gab es auch. So sollte eine Rampe errichtet werden, auf die die Selmer im Einbahnstraßen-Modus fahren und ihre Abfälle leicht in die einzelnen Container verteilen können sollten.

Ende 2018 teilte Stadtsprecher Malte Woesmann noch mit: „Eine Realisierung der Maßnahme ist für 2020 geplant.

Selmer ärgern sich über Zustände

Doch passiert ist bis heute nichts. „Das ist unmöglich dort“, ärgert sich der Selmer Franz Ulrich. Vor einigen Tagen war er wieder einmal am Wertstoffhof und musste eine halbe Stunde warten. „Und dann kamen die Autos dort von allen Seiten, oder standen vielmehr“, ärgert sich der Selmer.

Dass sich alsbald etwas Grundlegendes am Recyclinghof ändern könne, diese Hoffnung ist wohl vergebens, zeigt eine Nachfrage bei der Stadt zum Planungsstand des neuen Betriebsgeländes. „Es ist richtig, dass es aktuelle Planungen für die Verlagerung und den Neubau eines Wertstoffhofes gibt“, bestätigt der stellvertretende Stadtsprecher Norbert Zolda und erklärt, dass mit diesen Planungen den Kundinnen und Kunden des Wertstoffhofes „in erster Linie die Anlieferung der Wertstoffe erleichtert und die verkehrliche Situation im Zufahrtsbereich verbessert“ werden solle.

Detailplanungen gibt es nicht - der neue Stadtrat entscheidet

Doch Detailplanungen dazu gäbe es noch nicht, teilt Zolda mit. Es existierten „konzeptionelle Planungen, die den zuständigen Gremien auch vorgestellt worden sind“. Zolda nennt die Corona-Pandemie als Ursache dafür, dass es zum Stillstand bei den Planungen kam. „Ursprüngliche Absicht war, die Planungen in diesem Jahr zu finalisieren und das Vorhaben umzusetzen. Ein Grundstück war ausgesucht und die wesentlichen Voraussetzungen geklärt“, teilt Zolda mit. Dann sei Corona gekommen „und die Realisierung des Vorhabens wurde erst einmal nicht weiter betrieben“.

Denn Wertstoffhöfe bedürfen eines speziellen Genehmigungsverfahrens, da Auflagen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erfüllt werden müssen. Daher muss die Bezirksregierung Arnsberg ihre Zustimmung erteilen. Auch andere Stellen und Behörden müssen beteiligt werden. Denn natürlich ist auch ein offizielles Baugenehmigungsverfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange einzuleiten. Deshalb erklärt Zolda: „Die abschließende Beschlussfassung sehen wir nicht mehr in der jetzigen Ratsperiode. Sie wird dem künftigen Stadtrat obliegen. Ob der das Projekt absegnet und wann es realisiert wird, kann derzeit nicht gesagt werden.“

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