Weniger Firmenpleiten im ersten Quartal in NRW

In den ersten drei Monaten 2020 sind trotz erster Auswirkungen der Corona-Krise weniger Firmen in Nordrhein-Westfalen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. Insgesamt 1 312 Insolvenzverfahren hätten Unternehmen betroffen, teilte das Statistische Landesamt am Dienstag mit. Das seien 9,8 Prozent weniger als im ersten Quartal 2019. In 979 Fällen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, in 333 Fällen wurde die Eröffnung mangels Masse abgewiesen.

09.06.2020, 12:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit 1,2 Milliarden Euro waren die voraussichtlichen Forderungen aber um zwei Drittel höher als im ersten Vierteljahr 2019 (damals: 0,7 Milliarden Euro). Grund sei eine höhere Zahl von Insolvenzanträgen wirtschaftlich bedeutender Unternehmen als vor einem Jahr. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren 12 340 Beschäftigte von einer Unternehmensinsolvenz betroffen, knapp 1200 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Dass sich die Corona-Krise im ersten Quartal noch nicht stärker bei den Insolvenzen bemerkbar gemacht hat, liegt nach Angaben der Statistiker unter anderem daran, dass Anträge aufgrund der regulären Bearbeitungszeit bei den zuständigen Insolvenzgerichten noch nicht erfasst waren. Zudem habe der Gesetzgeber Unternehmen, die wegen der Corona-Krise zahlungsunfähig wurden, vorübergehend von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreit.

Neben den Unternehmen beantragten 3 864 Verbraucher, zu denen Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitslose gehören, im ersten Vierteljahr 2020 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das waren 10,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

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