Weniger Blutspenden wegen Coronavirus

Trotz Coronavirus Blutspenden? Viele Menschen sind offensichtlich verunsichert und bleiben lieber zu Hause. In Berlin treffen sich am Mittwoch die Gesundheitsminister zur Beratung - während die Infektionszahlen weiter steigen.

04.03.2020, 05:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Mann spendet Blut. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

Ein Mann spendet Blut. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild

Die Angst vor dem Coronavirus hat in Nordrhein-Westfalen auch Auswirkungen auf die Blutspendebereitschaft. Die Zahl der Blutspender sei in den vergangenen Tagen um knapp 20 Prozent zurückgegangen, sagte ein Sprecher des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes der Deutschen Presse-Agentur. „Die Verunsicherung bei den Leuten ist groß“, sagte der Sprecher, versicherte aber gleichzeitig: „Das Spenden und Empfangen von Blut ist auch in Zeiten des Coronavirus ungefährlich.“

Am Dienstag hatte die Zahl der nachgewiesenen Infizierten im Bundesland mit 101 (Stand 10.00 Uhr) die 100er-Marke überschritten. Einen Tag zuvor waren es noch 86. Die Zahl dürfte weiter steigen, erwarten Fachleute. Mit Abstand die meisten Patienten - auch bundesweit - gibt es weiter im Kreis Heinsberg. Die größte NRW-Stadt Köln meldete am Dienstagabend sechs bestätigte Fälle, Düsseldorf zwei. Zahlreiche Kontaktpersonen werden in häuslicher Quarantäne betreut.

Zugleich gibt es immer lautere Kritik an Quarantäne-Vorgaben beim knappen medizinischen Personal, wenn Mitarbeiter in Praxen oder Krankenhäusern sich infiziert haben - der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) schrieb sogar, ein „Zusammenbruch der medizinischen Versorgung an der Basis“ sei nicht mehr auszuschließen. Fachleute in NRW beklagen auch den Mangel an Schutzausrüstungen für die Ärzte und Pfleger.

Um all diese Themen und die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus in Deutschland zu diskutieren, kommen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch in Berlin zusammen. Bundesminister Jens Spahn (CDU) und die Vorsitzende der Länderminister, die Berliner Senatorin Dilek Kalayci (SPD), wollen nach dem Treffen am Nachmittag über die aktuelle Lage und das Krisenmanagement informieren. Zuvor gibt Spahn im Bundestag auch eine Regierungserklärung (13.00 Uhr) dazu ab.

Der besonders betroffene Kreis Heinsberg versucht währenddessen, Schritt für Schritt wieder zur Normalität zurückzukehren: Am Dienstag öffneten bereits die Kreisbehörden, allerdings eingeschränkt, für den Publikumsverkehr. Ab Mittwoch nähmen auch die Amtsgerichte Heinsberg, Erkelenz und Geilenkirchen den Sitzungsbetrieb wieder auf und öffneten die Gerichte auch für den Publikumsverkehr, teilten die Gerichte mit. Nächsten Montag sollen Schulen und Kindergärten wieder öffnen.

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