Weltblutspendertag 14. Juni: NRW braucht mehr Blutspenden

Kliniken brauchen wieder vermehrt Blutkonserven, weil aufgeschobene Operationen nachgeholt werden - der Weltblutspendertag am 14. Juni wirbt für Blutspenden. Ehemalige Corona-Kranke können mit ihrem Plasma Infizierten helfen.

12.06.2020, 05:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil viele Krankenhäuser langsam zum Normalbetrieb zurückkehren und versäumte Operationen nachholen, rufen Kliniken und das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen verstärkt zur Blutspende auf. Eine Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf sagte, dass derzeit rund 30 Prozent Mehrbedarf an Spenderblut bestehe, der nicht gedeckt sei. Die Vorräte würden knapper, sagte auch ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes West in Ratingen. Besonderer Bedarf bestehe bei den seltenen Blutgruppen. Mit seinen Vorräten deckt das DRK rund drei Viertel des Blutbedarfs in NRW ab.

Während der Hochphase der Corona-Pandemie waren nicht dringend notwendige Operationen verschoben worden. Der anstehende Weltblutspendertag am 14. Juni soll mehr Menschen dazu motivieren, jeweils 500 Milliliter Blut zu spenden.

Auch die Uniklinik Aachen benötigt wieder mehr Blut. „Mit der Rückkehr zur Normalität werden die Menschen auch wieder aktiver, es passieren mehr Unfälle“, so eine Sprecherin der Uniklinik. Blutkonserven seien die Voraussetzung für medizinische Arbeit. „Gibt's kein Blut, gibt's keine OP!“, betonte ein DRK-Sprecher. Insbesondere werde die Blutgruppe Null negativ gebraucht, weil sie universal einsetzbar sei. Und gerade diese - und andere Blutgruppen mit negativem Rhesusfaktor - fehlen.

Genesene Covid-19-Patienten könnten mit einer Plasmaspende Corona-Erkrankten helfen, warb die Uniklinik Bonn. „Die spezifischen Eiweiße sorgen dafür, dass der Körper den Eindringling erkennt und bekämpft“. Die Gabe von Antikörpern soll bei einem schwerwiegenden Verlauf von Covid-19 helfen.

„Im Jahr gibt es bei der Blutspende immer Schwankungen“, sagte die Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf. Während der akuten Phase der Corona-Pandemie seien weniger Menschen zur Spende gekommen, aus Angst sich anzustecken. „Dann kamen aber wieder mehr Menschen, vermutlich weil sie wegen Homeoffice eher flexibel waren und helfen wollten.“

Dem DRK habe die Krise ein halbes Bein weggerissen. „Es gab und gibt zwar noch öffentliche Termine in Schulen, Pfarrhäusern oder Turnhallen, aber wir konnten nicht zu Terminen in Unternehmen, Berufskollegs oder Universitäten, weil ja alle weg sind.“ Solche Termine sollen rund 15 Prozent des Blutbedarfs erfüllen. „Wir blicken auch mit Sorge auf die anstehenden Sommerferien“, sagte der DRK-Sprecher - dann kämen aus Erfahrung weniger Menschen zur Spende.

Mit der Kampagne #missingtype machen das DRK und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) unter dem Motto „Erst wenn's fehlt, fällt's auf“ auf fehlende Blutkonserven aufmerksam. Bei einer Erstspende müssen Interessierte zwischen 18 und 68 Jahren alt sein. Männer dürfen sechs Mal im Jahr spenden, Frauen nur vier. Interessierte können beim DRK, bei Unikliniken und staatlichen Kliniken spenden, es gebe aber auch private Anbieter, so ein DRK-Sprecher.

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