Weiterführung der K44n: Nichts ist wohl unmöglich - aber wann?

dzUmgehungsstraße

Sie heißt im Amtsdeutsch K44n. Real heißt sie Zeche-Hermann-Wall. Sie endet am Kreisverkehr mit der Werner Straße. Und sie ist nach wie vor im Gespräch, wenn es um ihre Weiterführung geht.

Selm

, 09.08.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Rat der Stadt Selm hatte in der letzten Sitzung vor der Sommerpause den Antrag der Fraktion „Wir für Selm“ abgelehnt, prüfen zu lassen, ob die K44n zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs bis zur Neuen Nordkirchener Straße/Lüdinghausener Straße weitergeführt werden kann.

Abstimmungsergebnis laut Niederschrift der Sitzung des Rates.

  • Ja: 9 (SPD: 7; Wir für Selm: 2)
  • Nein: 14 (CDU: 8; UWG: 3; Grüne: 2; Peter Sowislo)
  • Enthaltung: 4 (SPD: 3; Bürgermeister)

Im Nachgang der Sitzung hat sich Dr. Siegfried Glass, sachkundiger Bürger im Ausschuss für Umwelt und Zivilschutz für die UWG-Fraktion, in einem Leserbrief in den Ruhr Nachrichten wie folgt geäußert: „Im Planfeststellungsbeschluss ist vorgesehen, die K44n als Straße der Kategorie B zur Anbindung des Gewerbegebietes Wernerstr. an das regionale Verkehrsnetz einzustufen. Im Gebietsentwicklungsplan GV.NRW.2004 S. 440 ist die K44n in keiner der Straßenkategorien für den großräumigen und für überwiegend überregionalen Verkehr dargestellt. Somit erübrigt sich eigentlich eine Diskussion bzw. eine Prüfung zur Weiterführung, da der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der K44n auf den dort genannten Prognosen und Berechnungen beruht.“

Jetzt lesen

Das klingt irgendwie endgültig. Ist es das auch? Das Wort „eigentlich“ in den Äußerungen von Siegfried Glass lässt womöglich noch Spielraum für Spekulationen. Wir haben Bürgermeister Mario Löhr dazu befragt. „Siegfried Glas hat recht unter den Rahmenbedingungen, wie damals die K44n gebaut worden ist“, sagt Löhr. „Ich persönlich behaupte, wenn man das will, kann man sicherlich die K44n weiter verlängern. Man muss aber auch wissen, dass dann auch alles erstmal geprüft werden muss. Dann müssen unter anderem Verkehrsgutachten auf den Weg gebracht werden. Von Seiten der Verwaltung sind wir dazu nicht in der Lage.“ Er wolle aber nicht ausschließen, dass, wenn solch ein Auftrag erteilt werde, dann auch eine Prüfung stattfindet.

Mit den Eigentümern sprechen

Mal abgesehen davon, dass es ja möglicherweise Klimaschutzbedenken gegen eine Weiterführung der K44n geben könnte: Was sind denn weitere Hürden, die zu nehmen wären? „Man muss ja erstmal mit den Eigentümern sprechen“, sagt der Bürgermeister. Also mit denen, denen die Flächen gehören, über die die K44n dann führen könnte. Abgesehen davon: „Solch ein Verfahren dauert mindestens 15 bis 20 Jahre“, erklärt Löhr. „Da wird jede Klagemöglichkeit auch gezogen. Auch das muss jedem klar sein.“ Klar sei auch: „Seitens der Stadt können wir solch ein Projekt gar nicht umsetzen.“

Die K44n endet zurzeit hinter dem vierten Arm des Kreisverkehrs Werner Straße/Zeche-Hermann-Wall.

Die K44n endet zurzeit hinter dem vierten Arm des Kreisverkehrs Werner Straße/Zeche-Hermann-Wall. © Arndt Brede

Welche Vorteile hätte Selm aber davon, wenn die K44n verlängert werden würde? „Wir erleben an anderen Stellen, wenn Umgehungsstraßen da sind, dann wird der Ortskern auch leer gezogen vom Durchgangsverkehr“, sagt der Bürgermeister. „Da leiden im Wesentlichen Geschäfte drunter. Andersrum hören wir an jeder Stelle auch das Thema Lärm. Das kann man auch nicht beiseite schieben.“ Die Verlängerung der K44n würde schon auch zu einer Beruhigung führen, meint Mario Löhr. Und zu einer Entlastung der Verkehre. „Aber ob dann alle nur die Gewinner wären, das glaube ich nicht.“

Lesen Sie jetzt