Weitere Testzentren für Patienten mit Coronavirus-Verdacht

Mecklenburg-Vorpommern wird zur raschen Identifikation von Coronavirus-Infektionen zu den bestehenden neun drei weitere Testzentren einrichten. Das kündigte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Samstag am Rande der Kabinettssondersitzung in Schwerin an. Zudem würden speziell für die Polizei ebenfalls drei solcher Stellen eingerichtet, in denen bei Beamten mit Verdacht auf eine Infektion Abstriche vorgenommen werden.

14.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mediziner untersuchen Proben in einem Corona-Testzentrum. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Mediziner untersuchen Proben in einem Corona-Testzentrum. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Glawe erneuerte den Appell an die Bevölkerung, bei auftretenden Symptomen immer erst den Hausarzt telefonisch zu konsultieren. Dieser prüfe dann anhand der Vorgaben des Robert Koch-Instituts, ob ein begründeter Verdachtsfall vorliegt und ein Abstrich an der Schleimhaut vorgenommen werden soll. Wer aus einem der Risikogebiete etwa den Alpen nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehre, solle Kontakte einschränken und nach Möglichkeit zwei Wochen zu Hause bleiben, um eine mögliche Weitergabe von Viren zu verhindern.

Der Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger, schätzt die Zahl der bislang vorgenommenen Tests auf landesweit etwa 1500. Bis zum Samstagabend wurden 45 nachgewiesene Infektionen mit Covid-19 bekannt.

Der Mediziner rechnet mit einem deutlichen Anstieg in den kommenden Wochen. „Wir stehen am Anfang. Deshalb kommt die Schließung der Schulen und Kindergärten jetzt zum richtigen Zeitpunkt. Je besser es gelingt, die Infektionsketten zu unterbrechen, desto weniger Menschen werden auch schwer erkranken“, sagte Reisinger, der als Gast an der Sondersitzung des Kabinetts teilgenommen hatte.

Nach Reisinger ist davon auszugehen, dass die aktuelle Infektionswelle bis weit in den Juni hinein anhält und in Mecklenburg-Vorpommern bei 2000 bis 10 000 Menschen die Infektion mit deutlichen Symptomen verlaufen wird. Je langsamer die Infektionswelle über das Land rolle, desto besser könnten die Kliniken reagieren und schwer erkrankten Patienten helfen.

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