Wahlprüfsteine: Parteien positionieren sich zum Thema Radfahren in Werne

Radverkehr

Was werden die Parteien in Zukunft für den Radverkehr in der Lippestadt tun? Das wollte die Initiative Radverkehr mittels eines Fragenkatalogs erfahren. Inzwischen hat sie Antworten erhalten.

Werne

, 07.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Sachen Radverkehr sehen viele Werner noch Luft nach oben in der Lippestadt.

In Sachen Radverkehr sehen viele Werner noch Luft nach oben in der Lippestadt. © Helga Felgenträger (A)

In Sachen Radverkehr sehen die Werner Bürger ordentlich Nachholbedarf in der Lippestadt. Das hat eine Umfrage unserer Redaktion mit mehr als 100 Teilnehmern ergeben. Sanierungsbedürftige Straßen, Gefahrenstellen, fehlende Radwege - die Liste ist lang. Dass es mit Blick auf diese Aspekte durchaus noch Luft nach oben gibt, darauf verweist die Initiative Radverkehr in Werne schon seit längerer Zeit.

Im Zuge der Kommunalwahl 2020 hat die Initiative in Kooperation mit der ADFC-Ortsgruppe sogenannte Wahlprüfsteine gesetzt - das heißt, eine Liste mit insgesamt sieben Fragen zur Zukunft des Radverkehrs in Werne formuliert und sie den Parteien und Bürgermeisterkandidaten vorgelegt. Inzwischen sind die Antworten da - doch nicht alle stimmen die Organisatoren glücklich.

Initiative Radverkehr ist enttäuscht von CDU-Statement

„Ausgerechnet die in Werne traditionell starke CDU glaubt nicht daran, dass dem Radverkehr im ländlich geprägten Werne künftig eine größere Bedeutung als heute zukommen wird. Dabei belegen doch ländlich geprägte Städte etwa im Kreis Borken, dass dies nicht stimmt: Der Radverkehr hat in Ahaus, Vreden oder Stadtlohn einen Anteil am Modal Split von rund 40 Prozent“, schreiben die Initiatoren in einer Pressemitteilung.

Alle anderen Parteien würden sich hingegen dazu bekennen, den Anteil des Radverkehrs in Werne erhöhen zu wollen. Die Initiative stellt auf ihrer Homepage sowohl Zusammenfassungen der Antworten als auch die mehr oder weniger ausführlichen Antworten der Parteien zur Verfügung. Daraus geht hervor: Die Union strebt ein „ganzheitliches Verkehrskonzept zur Verbesserung der Mobilität aller Verkehrsteilnehmer“ an.

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Verschiedene Verkehrsmittel müssten ihren Platz im Straßenraum haben - auch der ÖPNV. Einen erstrebenswerten prozentualen Anteil des Radverkehrs nennt die CDU nicht, schreibt allerdings, dass „es Zeit wird, dass das Fahrrad gleichberechtigt neben dem Auto in der Planung berücksichtigt wird“. Man wolle sich zudem für eine zeitnahe Schließung der Lücken im Radwegenetz einsetzen.

Die Initiative Radverkehr zeigt sich im Großen und Ganzen zufrieden mit den Antworten, die sie von der Politik erhalten hat. „Fast alle Parteien haben wichtige Defizite in der Radverkehrsinfrastruktur erkannt, also etwa die fehlenden, zu schmalen bzw. unterbrochenen Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen nach Stockum, Lünen oder Rünthe, oder den maroden Zustand mancher Radwege im Stadtgebiet“, schreibt die Initiative.

Mehr Personal und Geld für den Radverkehr

Neben der Frage nach dem Radverkehrsanteil der Zukunft - die 40-Prozent-Marke ist eines der Hauptziele der Initiative - sei es ihr besonders wichtig gewesen, zu erfahren, ob die Parteien bereit wären, für die Planung und Pflege von Radwegen zusätzliche Personalstellen in der Verwaltung zu schaffen. Das fordern in ihren Statements sowohl die UWW als auch die SPD. Auch Grüne und Linke finden eine Aufstockung wünschenswert, zeigen sich in ihren Antworten jedoch skeptisch mit Blick auf die Finanzierbarkeit.

FDP und CDU sprechen sich gegen neue Stellen aus. Während die Liberalen lieber das bereits vorhandene Personal entsprechend schulen wollen, möchte die Union im Sinne eines ganzheitliches Verkehrskonzepts „Projektwissen einkaufen“ statt neues Personal einzustellen.

Erhofft hatte sich die Initiative auch konkrete Zahlen, wenn es um die Investitionssummen geht, die die Politik in Zukunft in den Radverkehr stecken will. Während der SPD in den kommenden zehn Jahren drei Millionen Euro an Eigenmitteln sowie sieben Millionen Euro an Fördergeldern vorschweben, peilen die Linken in diesem Zeitraum 1,5 bis 2 Mio. Euro an kommunalen Eigenmitteln an. Alle anderen Parteien nannten keine konkreten Zahlen.

Alle Fragen und Antworten sind online unter www.radverkehr-werne.de/wahlpruefsteine abrufbar.

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