Sechs Wochen vor der Kommunalwahl machen die meisten Kandidaten mit Plakaten auf sich aufmerksam. Dabei gibt es einige Regeln. Eine Expertin erklärt, worauf es bei Wahlplakaten ankommt.

Lünen

, 06.08.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einigen Tagen wird man nahezu überall in Lünen darauf aufmerksam gemacht, dass der Wahlkampf nun in die heiße Phase geht: Die Wahlplakate der Kandidaten für die Kommunalwahlen hängen. Aber wo dürfen die ihre Plakate überhaupt aufhängen? Und welche Regeln müssen sie dabei beachten? Die wichtigsten Infos haben wir hier zusammengefasst.

? Seit wann darf
plakatiert werden?

Wahlplakate dürfen in Lünen laut Stadtverwaltung seit dem 25. Juli aufgehängt werden - also rund sieben Wochen vor der Wahl.

? Welche Regeln gelten
für die Wahlplakate?

Parteien, Wählergemeinschaften oder Kandidaten müssen bei der Stadtverwaltung eine Genehmigung für Wahlplakate beantragen. Diese dürfen maximal DIN A0 - also etwa 84x119 cm - groß sein. Für die größeren Plakate, die an sogenannten „mobilen Großflächen“ oder Bauzäunen angebracht sind, gelten zusätzliche Regeln. Für die muss nämlich pro Standort eine Sondergenehmigung bei der Stadtverwaltung beantragt werden.

? Wo darf plakatiert
werden?

Die Fußgängerzone und die angrenzenden Straßen im Innenstadtbereich sind „Wahlplakat-freie Zonen“. Ansonsten dürfen die Plakate beispielsweise an Laternen befestigt werden, allerdings nicht in Kreuzungs- und Eimündungsbereichen von Straßen, an Straßenkurven, an Schilderpfosten und Ampeln sowie über, unter oder auch unmittelbar neben Verkehrszeichen. Außerdem dürfen die Wahlplakate den Straßenverkehr nicht behindern oder beeinträchtigen. Das gleiche gilt für den Fußgänger- oder Rollstuhlfahrerverkehr. Auch an Bäumen darf niemand Wahlplakate befestigen - die Plakatträger dürfen lediglich um den Baum herum gestellt werden.

Auch an der Kurt-Schumacher-Straße hängen schon zahlreiche Wahlplakate.

Auch an der Kurt-Schumacher-Straße hängen schon zahlreiche Wahlplakate. © Emilia Knebel

? Wer darf
plakatieren?

Eine Genehmigung für die „normalen“ Wahlplakate haben bislang SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen, GFL, Die Linke, Volt Deutschland und Dieter God. Sondergenehmigungen für Wahlwerbung an „mobilen Großflächen“ oder an Bauzäunen auf städtischen Flächen haben bislang SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, GFL und Jürgen Kleine-Frauns.

? Was macht ein gelungenes Wahlplakat aus?
Und wie wichtig sind Wahlplakate überhaupt im Wahlkampf? Antworten auf diese Fragen hat Dr. Melanie Leidecker-Sandmann. Die Kommunikationswissenschaftlerin forscht zum Thema Politische Kommunikation und weiß, worauf es bei Wahlplakaten ankommt.

Kommunikationswissenschaftlerin Melanie Leidecker-Sandmann forscht zum Thema Politische Kommunikation.

Kommunikationswissenschaftlerin Melanie Leidecker-Sandmann forscht zum Thema Politische Kommunikation. © privat

Generell seien Wahlplakate zwar nicht allein ausschlaggebend für die Wahlentscheidung der Wählerinnen und Wähler - trotzdem seien sie noch immer eines der wichtigsten Wahlwerbemittel. Das liege vor allem daran, dass die Wähler so nebenbei vom Wahlkampf mitbekommen und nicht aktiv nach Informationen suchen müssen. Vor allem unentschlossene Wähler könnten so gut von den Parteien und Kandidaten erreicht werden.

Eine Strategie, die auf Plakaten oft nicht gut ankommt, sei laut Leidecker-Sandmann der Angriff auf politische Gegner, wie zum Beispiel Gegenkandidaten oder andere Parteien. Auf die Wähler wirke das oft unsympathisch, es bringe der werbenden Partei oder dem Kandidaten selbst nichts. Das Gleiche gelte für zu abstrakte und komplizierte Plakate: „Wenn das Plakat nicht eindeutig ist, dann hat es oft auch keine Wirkung“, sagt die Expertin.

Es sei wichtig, dass das Plakat leicht verständlich ist und eine klare Aussage, aber nicht zu viel Text enthalte. Am besten wirke meistens eine Mischung aus Text und Bild - aber auch hier sei Vorsicht geboten: Das Bild lenke oft vom Text ab und es sei wichtig, darauf zu achten, dass Text und Bild auch zusammen passen.

Was die Fotos angeht, dürften Politikerinnen und Politiker sich ruhig mal etwas Neues trauen: „Es sollten eher keine steifen Werbefotos sein“, so Leidecker-Sandmann. Stattdessen würden moderne Posen und ein qualitativ hochwertiges Bild gut ankommen. Zielgruppen-gerecht und authentisch sollten die Plakate außerdem sein.

Bei den Inhalten könnten Parteien - insbesondere in regionalen oder kommunalen Wahlkämpfen - mit regionalen oder lokalen Inhalten Punkten - so würden Wählerinnen und Wähler sich mehr angesprochen fühlen. Auch Infos über die Kandidaten selbst kämen gut an, „um sie besser kennenzulernen“.

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