Wahlanalyse: Welche Nachbarschaft ist grün - welche blau?

dzKommunalwahlen 2020

Wie haben meine Nachbarn gewählt? Wo hat die AfD gut abgeschnitten, wo wählte man Grün, wo Rot? Welche Partei profitierte von der Briefwahl? Antworten gibt es beim Blick auf die Stimmbezirke.

Schwerte

, 18.09.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kommunalwahl in diesem Jahr brachte einige Überraschungen mit sich. Die SPD ergatterte die meisten Sitze im neu zusammengesetzten Stadtrat. Vor allem die Grünen können sich im Vergleich zur letzten Wahl als großer Gewinner zählen.

Eine Auseinandersetzung mit der Statistik zur Ratswahl gibt neben den allgemein ersichtlichen Ergebnissen auch anderes Preis über Gewinner und Verlierer der Wahl. Wir haben uns mit den Stimmbezirken, also den Wahllokalen und den dazugehörigen Briefwahlbezirken beschäftigt, also den kleinsten Einheiten bei der Wahl.

Die Wahlbeteiligung ist etwas gesunken

Im Vergleich zur letzten Kommunalwahl 2014 hat sich die Wahlbeteiligung etwas verringert. In diesem Jahr haben 51,78 Prozent aller Wahlberechtigten Schwerter ihre Stimme abgegeben - 2014 waren 53,79 Prozent. Da 2014 aber neben der Ratswahl auch die des Europaparlaments und des Bürgermeisters stattfand, kann man mit der Wahlbeteiligung zufrieden sein. Dennoch ergibt sich ein leichter Abwärtstrend von Wahl zu Wahl - 2009 gaben immerhin noch 57.94 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Gewinner und Verlierer der Briefwahlen

Bei der Briefwahl verzeichnete die Stadt vermutlich durch Corona eine deutliche Zunahme. Waren es 2014 noch rund 7000 abgegeben Briefwahlstimmen, stieg die Zahl in diesem Jahr auf rund 10.000 (Zahlen aus unserem Archiv). Fast die Hälfte aller aktiven Schwerter Wähler trat somit in diesem Jahr nicht den Gang zum Wahllokal an.

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Profitiert von der Briefwahl hat überraschenderweise allen voran der eigentliche Wahlverlierer, die CDU. In den Briefwahlbezirken verzeichneten die Christdemokraten ein Plus von 5,98 Prozent gegenüber ihrem Abschneiden in den Wahllokalen. Wähler der Grünen ( -2,94% bei der Briefwahl) und der AfD (-3,75%) bevorzugen weiterhin ihre Kreuze in einem Wahllokal zu setzen.

Höchste und niedrigste Wahlbeteiligung

Das Wahllokal mit der größten Wahlbeteiligung vor Ort ist die Heideschule 1 mit 36,22 Prozent. Schwerter, die zum Wahllokal Rathaus am Stadtpark zugeordnet sind, bevorzugen eher die Briefwahl oder beteiligen sich nicht an der Wahl - nur 19,85 Prozent der Wahlberechtigten gaben am Stadtpark ihre Stimme persönlich ab.

Zwei Grüne holten die besten Einzelergebnisse

Das höchste Einzelergebnis geht in dieser Kommunalwahl an die Grünen im Stimmbezirk Grundschule Villigst III. Natalie Kirsch kam auf 42,98 Prozent der Stimmen. Vor 6 Jahren dominierte die CDU dort noch deutlich mit über 40 Prozent - in diesem Jahr kam CDU-Mann Herbert Hamacher auf gerade mal 21,5 Prozent der Stimmen.

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Die enorme Zunahme von 24,15 Prozent im Stimmbezirk Grundschule Villigst III brachte der Grünen Natalie Kirsch dennoch nicht den größten Stimmengewinn innerhalb eines Stimmbezirkes ein. Ihre Parteikollegin Dunja Schelter aus dem Wahlbezirk Gänsewinkel brachte ihre Partei von 4,82 auf 30 Prozent - also ganze 25,18 Prozent mehr als bei der Kommunalwahl 2014.

Zum direkten Gewinn des Stimm- und auch des gesamten Wahlbezirks reichte es dennoch nicht. SPD-Ratsherr Hans Haberschuss übertraf Schelter im Wahlbezirk Gänsewinkel deutlich.

Zwei CDU-Männer müssen deutliche Verluste hinnehmen

Die größten Verluste in einem Stimmbezirk mussten zwei CDU-Politiker hinnehmen. Marco Kordt erreichte im Stimmbezirk Albert-Schweitzer-Schule II fast 20 Prozent weniger Anteile als bei der letzten Kommunalwahl. Auch 2014 ist er dort schon angetreten.

Die meisten Wähler verlor allerdings sein Parteikollege Volker Borchert, der sich im Wahlbezirk Schwerte-Nord neu aufstellen ließ. Borchert erreichte 23,7 Prozent weniger Anteile als sein Vorgänger Dietmar Hellwig.

Wo hat die AfD gut abgeschnitten, wo nicht?

Neu bei der Kommunalwahl in diesem Jahr war die AfD. Die Alternative für Deutschland konnte ihre besten Ergebnisse an der Albert-Schweitzer-Schule II (Ronny Kessler) im Wahlbezirk Mitte II und bei Haßelberg und Stuhl (Stefan Fiene) im Wahlbezirk Schwerte-Ost einfahren. Das schwächste Ergebnis eines Stimmbezirks musste Gerd Sauer hinnehmen. An der Lenningskampschule im Wahlbezirk Schwerte-Nord machten nur 3,6 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der AfD.

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