Von außergewöhnlich bis eintönig: So wird das Abi in Zeiten von Corona gefeiert

Schulabschluss

Für Schüler war das Corona-Jahr sehr schwierig. Es gab viele offene Fragen und Unsicherheiten. Diejenigen, die das Abitur geschafft haben, haben nun doppelten Grund zu feiern.

Düsseldorf

24.06.2020, 19:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
In diesem Jahr waren wegen des Coronavirus besondere Abi-Partys nötig: Einige feierten ihre Abschlussfeier beispielsweise in einem Autokino.

In diesem Jahr waren wegen des Coronavirus besondere Abi-Partys nötig: Einige feierten ihre Abschlussfeier beispielsweise in einem Autokino. © picture alliance/dpa

Die Sonne strahlt mit den Abiturienten des Städtischen Gymnasiums Rheinbach um die Wette: Sie haben es geschafft! Und das gilt nicht nur für das Abitur, sondern auch für die Organisation der dazugehörigen, recht ungewöhnlichen Abi-Feier. Denn die hübsch gekleideten Schülerinnen und Schüler stehen am Mittwoch in einem Autokino. Manche halten ein Sektglas in der Hand, viele ein Handy. „Coronabi“ steht an einem Auto. Denn ohne Corona wären sie nicht hier.

Das Virus hat in den vergangenen Monaten viele Dinge unmöglich gemacht - auch Abifeiern gehörten zeitweise dazu. Die Kehrtwende kam erst am vergangenen Samstag (20. Juni). Nach der neuen Coronaschutz-Verordnung des Landes sind unter Auflagen wieder Abschluss- und Abi-Partys in NRW erlaubt. Ein bisschen Kreativität ist dennoch gefragt. Die Ergebnisse sind ziemlich unterschiedlich.

Besonderes Foto

Beim Städtischen Gymnasium Rheinbach war die Schulleitung schon vor vielen Wochen auf die Idee mit dem Autokino gekommen, das genug Raum bietet, um Abstände einzuhalten. „Ich bin einfach nur froh“, sagt Schülerin Jasmin, die Erinnerungsfotos mit ihren Klassenkameraden macht. Eine „ganz normale“ Abifeier wäre auch nett gewesen - dass sie ihr Abitur nun in einem Autokino feiere, sei aber „außergewöhnlich und toll“. Allein das Foto von der Stufe ist eine Besonderheit. Alle Abiturienten stehen neben Autos, in denen ihre Familienangehörigen sitzen.

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Anders sieht es bei Dilara Bartsch in Köln aus. „Was wir machen, kann man eigentlich keinen Abi-Ball nennen“, sagt die 20-Jährige. Die 70 Abiturienten ihrer Schule seien in mehrere Gruppen mit maximal 18 Personen unterteilt worden. Für jede Gruppe sei eine Stunde geplant, bei der sie in der Schule ihre Abiturzeugnisse überreicht bekommt. „Es ist sehr klein, es gibt kein Essen, alles sehr eintönig.“ Als jüngstes von fünf Kindern habe sie ihre Geschwister stets auf die Abi-Feiern begleitet, sagt Dilara.

„Hätten uns transparentere Entscheidungsfindung gewünscht“

Und dabei gedacht: Irgendwann bin ich selbst mal dran. Das Virus hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Es ist nicht schön und sehr schade. Ich kann es immer noch nicht begreifen.“ Das Problem: Ursprünglich hätte Dilaras Stufe einen Festsaal gemietet. Als das Verbot von Großveranstaltungen kam, wurde dieser storniert. Als die Partys doch erlaubt wurden, sei es zu spät gewesen. „Weil wir es nicht geschafft hätten, bis Donnerstag die geplante große Feier auf die Beine zu stellen.“

Sophie Halley von der Landesschüler*innenvertretung NRW kritisiert deswegen das Land. „Wir hätten uns eine transparentere und frühere Entscheidungsfindung gewünscht“, sagt sie. Viele Stufen hätten - wie in Dilaras Fall - schon Wochen und Monate vorher angefangen, ihre Abi-Partys zu planen, sagte Halley. „Jetzt ist es aber zu spät.“ Nicht für die Abschlussklasse des Gymnasiums Rheinbach.

Bei der Ausfahrt vom Autokino steigen die Schülerinnen und Schüler aus den Autos aus und nehmen ihre Zeugnisse entgegen. Es gibt sogar einen Roten Teppich. Das Wort „Ungewissheit“ fasse ihre Abiturphase am besten zusammen, sagt Abiturientin Jasmin. Gewiss ist nun, dass sie ihr „Coronabi“ in der Tasche hat.

dpa

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