Virus-Ausbruch bei Tönnies wohl nicht übergesprungen

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh sieht der Nachbarkreis Warendorf bisher keine Anzeichen für eine Ausbreitung des Virus unter der übrigen Bevölkerung. „Der bisherige Trend zeigt, dass das Virus nicht auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen ist“, erklärte Landrat Olaf Gericke (CDU) am späten Samstagabend. Nach Angaben des Kreises waren nur zwei der insgesamt 4491 Corona-Tests positiv, die bis Samstagnachmittag in den Testzentren Oelde und Ahlen sowie bei Ärzten ausgewertet worden.

28.06.2020, 12:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Proben für Corona-Tests werden untersucht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Proben für Corona-Tests werden untersucht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Der Kreis Gütersloh hatte dagegen am Samstagabend mitgeteilt, hier sei die Zahl der Infizierten auch in der übrigen Bevölkerung „merklich“ gestiegen. Demnach wurden in den vergangenen sieben Tagen bis Freitag 75 Menschen, die keinen Bezug zu dem Unternehmen haben, positiv auf das Virus getestet. Das waren 28 mehr als im Vergleichszeitraum einen Tag zuvor.

Von dem Corona-Ausbruch in der nahegelegenen Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh sind den Angaben zufolge auch mehr als 200 Tönnies-Mitarbeiter betroffen, die im Kreis Warendorf und hier insbesondere in der Stadt Oelde wohnten. Für beide Kreise gelten wieder starke Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die zunächst bis zum 30. Juni befristet sind. Deshalb muss spätestens am Dienstag entschieden werden, ob die Auflagen auslaufen oder verlängert werden müssen.

Der Kreis Warendorf hatte nach eigenen Angaben - unabhängig von den freiwilligen Reihentests der Bevölkerung - Testungen in Pflegeheimen, bei Erntehelfern sowie in Schlacht- und Fleischbetrieben (noch nicht beendet) durchführen lassen. „Über 7000 Ergebnisse davon liegen vor - alle waren negativ“, hieß es dazu am Samstagabend.

Der Landrat und der Bürgermeister von Oelde, Karl-Friedrich Knop, bedankten sich laut Kreis für die „vielfältige und oft ehrenamtliche Unterstützung in dieser außergewöhnlichen Situation.“ In sehr kurzer Zeit so große Testkapazitäten zu schaffen sei eine logistische Meisterleistung gewesen.

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