Vier Wochen nach Attacke in Volkmarsen: Aufarbeitung in Corona-Zeiten

Gewalttat

Vor einem Monat fuhr ein Auto während des Karnevalsumzugs in Volkmarsen in eine Menschenmenge, dutzende Menschen wurden verletzt. Die Stadt versucht weiter, das Geschehen zu bewältigen.

Volkmarsen

24.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Unfallstelle im hessischen Volksmarsen mit dem Auto.

Die Unfallstelle im hessischen Volksmarsen mit dem Auto. © picture alliance/dpa

Einen Monat nach der Gewalttat am Rosenmontag mit Dutzenden Verletzten in Volkmarsen dauert die Bewältigung der Ereignisse an - erschwert durch die Corona-Krise. „Es ist noch eine gewisse Schockstarre und Unsicherheit da“, sagte der parteilose Bürgermeister Hartmut Linnekugel. „Die Bürgerinnen und Bürger sind schon noch entsetzt, aber man ist nun in der Zeit der Aufarbeitung dieser Ereignisse.“ Allerdings machen sich die Abstandsregeln in der Corona-Krise bemerkbar: Geplante Angebote wie Gesprächskreise mussten gestrichen werden, wie der katholische Pfarrer Martin Fischer berichtete.


Zwei Verletzte auf der Intensivstation

Während des Rosenmontagsumzugs in Volkmarsen vor vier Wochen war ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Der Fahrer, ein 29-jähriger Deutscher, soll dies absichtlich getan haben. Dutzende Menschen wurden verletzt, darunter viele Kinder. Die Zahl der Betroffenen stieg zuletzt auf 154. Nach Angaben der Ermittler hatten sich nachträglich weitere Betroffene gemeldet, die beispielsweise unter psychischen Problemen litten. Bürgermeister Linnekugel zufolge liegen noch zwei Verletzte auf der Intensivstation, die Kinder seien aus den Krankenhäusern entlassen worden und auf einem guten Weg.

Keine politische Motivation des Täters

Der Verdächtige sitzt unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Der Mann schweige weiterhin zu den Vorwürfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Hinweise auf eine politische Motivation für die Tat haben die Ermittler den Angaben zufolge nicht.

Das Geschehen sei sicherlich ein Einschnitt im kulturellen und gesellschaftlichen Leben, sagte Rathauschef Linnekugel. Man wolle aber „nicht nachlassen, weiter zusammenzufinden, auch künftig Karneval zu feiern - egal in welcher Form.“