Viele befristete Arbeitsverträge ohne Sachgrund in NRW

In Nordrhein-Westfalen arbeiten überdurchschnittlich viele Menschen einer Studie zufolge mit einem ohne Sachgrund befristeten Vertrag. Im Jahr 2018 seien dies 5,8 Prozent aller Beschäftigten gewesen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichte Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Demnach hatten 462 000 Beschäftigte einen solchen Zeitvertrag, 31 000 mehr als 2017. Nur in Berlin (6,5 Prozent) und Bremen (6,3 Prozent) sei die Quote noch höher gewesen. Der Bundesdurchschnitt wird in der Studie mit 4,8 Prozent angegeben.

19.03.2020, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister, wartet auf den Beginn einer Sitzung. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister, wartet auf den Beginn einer Sitzung. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Gründe für einen befristeten Vertrag können etwa bestimmte Projekte eines Unternehmens sein, Vertretungen wie bei Elternzeit oder auch die Erprobung eines Mitarbeiters. Liegen diese nicht vor, spricht man von einer Befristung ohne Sachgrund. Solche Verträge will Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) per Gesetz eindämmen.

In Nordrhein-Westfalen sei der Anteil von 5,8 Prozent zum Teil auf Berufe im Bereich Werbung, Marketing und Medien zurückzuführen. „Einstellungen in diesen Berufen werden in NRW nicht nur überdurchschnittlich oft befristet, sondern haben zudem eine im Vergleich zum Bundesgebiet überdurchschnittliche Bedeutung“, so die Forscher. Ein weiterer Grund sei der hohe Anteil von Großbetrieben in NRW, wo häufiger zu einer sachgrundlosen Befristung des Arbeitsvertrages gegriffen werde.

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