Video zeigt Faustschlag eines Polizisten gegen Betrunkenen

Ein gezielter Faustschlag eines Polizisten gegen einen Randalierer in Mülheim wird ein Nachspiel haben. „Der polizeiliche Einsatz wird routinemäßig nachbereitet“, teilte die Polizeistelle Essen/Mülheim am Sonntag mit.

19.07.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Besonderheit: Von dem nächtlichen Polizei-Einsatz kursiert ein Video im Netz. Offenbar sei es von einem Anwohner gedreht worden, sagte ein Sprecher der Polizei Essen der Deutschen Presse-Agentur. Anzeige gegen den Polizisten sei nicht gestellt worden. Dennoch werde in solchen Fällen die Rechtmäßigkeit polizeilicher Maßnahmen überprüft.

Auf dem Video ist zu sehen, wie ein junger Polizeibeamter einen schimpfenden, gestikulierenden Mann unvermittelt mit einem Faustschlag niederstreckt, obwohl der sich eigentlich schon zum Fortgehen abgewandt hatte. Die Familie steht mit einem Kinderwagen um die Szenerie herum; ein Mädchen schreit: „Mein Papa!“

In der Nacht zum Sonntag habe die Einsatzleitstelle mehrere Hinweise auf massive familiäre Streitigkeiten erhalten, heißt es im Polizeibericht. Der 33-jährige Mann sei sehr aggressiv gewesen und mit schnellen Schritten und geballten Fäusten auf den Einsatzwagen zugegangen. „Der Polizist wehrte mit einem gezielten Schlag einen unmittelbar bevorstehenden Angriff ab.“

Auf dem Video ist zu sehen, wie der Mann sich zuvor von den Einsatzkräften abgewandt hatte und sagt: „Ich geh zu Haus“. Ein Polizist ruft ihm hinterher: „Hey, hier bleiben!“ Als der Mann daraufhin umkehrt, wird er niedergestreckt.

Ein Rettungswagen habe den Mann „aufgrund seiner Alkoholisierung in ein Krankenhaus gebracht“, heißt es im Polizeibericht. Das Ordnungsamt der Stadt Mülheim habe eine zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet. Die Polizei ermittle gegen den 33-Jährigen unter anderem wegen Verdachts des Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

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