Versuchte Nötigung: Mutter zu vier Monaten Haft verurteilt

Zu einer viermonatigen Haftstrafe hat das Amtsgericht Duisburg am Freitag eine 44 Jahre alte Frau verurteilt, die eine Mitarbeiterin des Jugendamtes und den Oberbürgermeister bedroht hatte. Die geständige Angeklagte wollte damit die Masernimpfung ihrer 2018 geborenen Tochter verhindern, die unter der Aufsicht des Jugendamtes in einer Pflegefamilie lebt. Die Frau, die ohne festen Wohnsitz ist, saß wegen Fluchtgefahr bereits mehr als drei Monate in Untersuchungshaft. Da damit ein Großteil der Strafe schon verbüßt wurde, wurde der Haftbefehl ausgesetzt.

28.02.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild

Weil die Frau geständig war, waren am Freitag keine Zeugen mehr gehört worden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Frau und die Staatsanwaltschaft hatten nach der Verkündung auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet, wie ein Gerichtssprecher sagte. Verurteilt wurde sie wegen versuchter Nötigung.

Das Jugendamt hatte der Frau mitgeteilt, dass ihr Kind gegen Masern geimpft werden sollte. Die Mutter soll daraufhin im August 2019 der zuständigen Mitarbeiterin des Jugendamtes in einer E-Mail gedroht haben, sie „und ihre Behörde anzugreifen“, falls es zur Impfung komme. Einen Tag später soll sie einen in englischer Sprache verfassten Drohbrief an die Privatanschrift des Oberbürgermeisters eingeworfen haben. Das Kind wurde schließlich trotz der Drohungen der Frau geimpft.

Die mehrfache Mutter war bereits früher mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Angaben des Gerichtssprechers war sie von einem anderen Gericht wegen Kindesentziehung zu einem Jahr und acht Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden, nachdem sie gegen den Willen des Kindesvaters mit zwei gemeinsamen Kindern durch Europa gereist sei. Eine Auflage sei Straffreiheit gewesen. Laut Gerichtssprecher besteht die Möglichkeit, dass ein Antrag auf Widerruf der Bewährung gestellt wird.

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