Seit dem 15. Oktober gilt eine neue, strenge Coronaschutz-Verordnung im Kreis Unna. In Werne werden mögliche Verstöße geahndet. Die Bußgelder sind hoch und spülten schon viel Geld in die Stadtkasse.

Werne

, 22.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Weil die Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Kreis Unna deutlich gestiegen sind und der entscheidende Inzidenzwert die markante Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner überschritten hat, gilt der Kreis als Risikogebiet. Damit gelten strenge Regeln, die auch in Werne verschärft kontrolliert werden.

So kündigten die Verantwortlichen des Ordnungsamtes der Stadt etwa an, an dem eigentlichen Sim-Jü-Wochenende in der Innenstadt mit mehreren Mitarbeitern zu überprüfen, ob sich die Bürger an die Coronaschutz-Verordnung halten.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Hygiene- und Infektionsschutzregeln gab es einige Verstöße, die in Werne geahndet wurden. Dabei hagelte es vor allem in der Gastronomie und im Friseurhandwerk hohe Bußgelder.

Insgesamt 13.000 Euro an Bußgeldern bereits eingenommen

Laut Andrea Freundschuh aus dem Ordnungsamt der Stadt Werne wurden vier Verfahren wegen fehlerhafter Kontaktlisten oder Verstößen gegen die Mundschutz-Pflicht geahndet. Jeweils 1.000 oder 2.000 Euro musste der Verantwortliche des betroffenen Betriebs zahlen, sodass die Stadt hier Einnahmen von 6.000 Euro verzeichnet. Ein weiteres Verfahren mit einem möglichen Bußgeld von 2.000 Euro läuft derzeit noch.

Die Betriebe, in denen ein Bußgeld verhängt wurde, fielen laut Freundschuh danach nicht noch einmal negativ auf. „Bei den anschließenden Kontrollen gab es nichts Auffälliges. Das zeigt also, dass das Bußgeld seine Wirkung hatte“, erklärt Andrea Freundschuh. Bei weiteren Verstößen würden generell weitere Konsequenzen für den Betreiber bis hin zur Betriebsschließung drohen.

Die meisten Werner Bürger zeigen sich einsichtig

Darüber hinaus hat die Stadt insgesamt 7.000 Euro an Bußgeldern aufgrund von Verstößen rund um das Kontaktverbot von Bürgern eingenommen. 31 Mal wurde eine Strafe von 200 Euro, 2 Mal eine Strafe von 400 Euro verhängt. Die meisten Bürger halten sich laut Freundschuh aber an die Coronaschutz-Verordnung.

„Die Mehrheit zeigt sich einsichtig. Wir ermahnen den Bürger erst, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Wenn es zum ersten Verstoß kommt, wird ein Bußgeld von 200 Euro verhängt. Bei einem wiederholten Verstoß sind 400 Euro fällig“, erklärt Freundschuh.

Wer gegen die Corona-Regeln verstößt, dem drohen verschieden hohe Strafen, wie ein Blick in den aktuellen Bußgeldkatalog der Stadt Werne zeigt (Auszüge, kein Anspruch auf Vollständigkeit, Stand 17. Oktober 2020):

  • Beteiligung an einer Zusammenkunft oder Ansammlung im öffentlichen Raum (also mit mehr als fünf Personen bzw. mit aus mehr als zwei Haushalten): 250 Euro (für jeden Beteiligten)
  • Betreten von öffentlichen Gebäuden/Nutzung von öffentlichen Angeboten ohne Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung: 50 Euro
  • Fahren im Öffentlichen Nahverkehr (Bus, Bahn) oder Aufhalten an Haltestellen/im Bahnhof ohne Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung: 150 Euro
  • Falsche Kontaktdaten in öffentlichen Einrichtungen - etwa Restaurant oder Kneipe - angeben: 250 Euro (für jeden Kunden, Besucher, Gast)
  • Betrieb ohne Ergreifen der erforderlichen Maßnahmen: 2.000 Euro (für die Einrichtungsleitung)
  • Betrieb ohne Vornahme von Zugangsbeschränkungen oder der dort genannten Schutzauflagen: 1.000 Euro (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer)
  • Veranstaltung mit mehr als 300 Personen ohne besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept: 4.000 Euro (für den Veranstalter)
  • Durchführung von Konzerten oder Aufführungen ohne Sicherstellung der dort genannten geeigneten Vorkehrungen oder ohne Einhaltung des Mindestabstands zwischen Publikum und Bühne: 1.000 Euro (für den Veranstalter bzw. Geschäftsführer)
  • Durchführung von Konzerten oder Aufführungen mit mehr als 300 Zuschauern ohne besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept: 4.000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer)
  • Betrieb von Autokinos, Autotheatern oder ähnlichen Einrichtungen ohne Sicherstellung der dort genannten Schutzmaßnahmen: 1.000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer)
  • Durchführung von Musikfesten, Festivals oder ähnlichen Kulturveranstaltungen: 5000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an einer solchen Veranstaltung: 250 Euro
  • Durchführung von Sport- oder Trainingsbetrieb oder Wettkämpfen ohne die dort genannten geeigneten Schutzmaßnahmen sicherzustellen oder im Kontaktsport ohne Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit: 1.000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an solch einem Sport- oder Trainingsbetrieb: 250 Euro
  • Betrieb eines Fitnessstudios ohne Beachtung der Hygiene- und Infektionsschutzstandards: 2.000 Euro (für den Betriebsinhaber/Geschäftsführer)
  • Durchführung eines Sportfestes oder ähnlichen Sportveranstaltungen: 1.000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an einer solchen Veranstaltung: 250 Euro
  • Betrieb eines dauerhaft angelegten Freizeitparks ohne besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept oder Genehmigung: 10.000 Euro
  • Betrieb eines Schwimmbades, einer Sauna oder einer vergleichbaren Wellnesseinrichtung ohne Beachtung der festgelegten Hygiene- und Infektionsschutzstandards: 2.000 Euro (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer)
  • Betrieb einer Handelseinrichtung/eines Geschäftslokals ohne Sicherstellung der dort genannten geeigneten Vorkehrungen oder Betrieb trotz Überschreitung der Höchstzahl von Kunden: 500 bis 1.000 je nach Geschäftsgröße (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer)
  • Durchführung einer großen Festveranstaltung: 5.000 Euro (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an einer solchen Veranstaltung: 250 Euro
  • Durchführung eines Festes ohne herausragenden Anlass oder mit erkennbar mehr als 50 Teilnehmern: 500 bis 2.500 Euro je nach Größe der Veranstaltung; Teilnahme an solch einem Fest: 250 Euro
  • Durchführung eines Festes mit erkennbar mehr als 150 Teilnehmern: 500 bis 2.500 Euro je nach Größe der Veranstaltung (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an solch einem Fest: 250 Euro
  • Durchführung eines Festes mit erkennbar mehr als 10 Teilnehmern: 500 bis 2.500 Euro je nach Größe der Veranstaltung (für den Veranstalter/Organisator/Geschäftsführer); Teilnahme an solch einem Fest: 250 Euro
  • Verletzung der Pflicht zum Führen einer Teilnehmerliste: 500 Euro
  • Betrieb einer gastronomischen Einrichtung ohne Beachtung der festgelegten Hygiene- und Infektionsschutzstandards: 2.000 Euro (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer)
  • Platznehmen mit anderen Personen am selben Tisch ohne Erfüllung der dafür geltenden Voraussetzungen: 200 Euro (für den Kunden)
  • Durchführung eines Übernachtungsangebots zu touristischen Zwecken ohne Erfüllung der dafür geltenden Voraussetzungen: 5.000 Euro (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer); Wahrnehmung eines solchen Angebots: 500 Euro (für den Kunden)
  • Betrieb einer gastronomischen Einrichtung oder Verkauf alkoholischer Getränke in der Sperrstunde (zwischen 23 Uhr und 6 Uhr): 500 bis 1.000 je nach Geschäftsgröße (für den Betriebsinhaber bzw. Geschäftsführer)
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