Versorger verzichten wegen Coronakrise auf Stromsperren

Die großen Energieversorger in Deutschland verzichten wegen der Coronakrise auf die Sperrung von Strom- und Gasanschlüssen säumiger Kunden. „Wir haben die Sperrungen ausgesetzt“, sagte am Mittwoch ein Sprecher von Innogy. Auch beim neuen Innogy-Mutterkonzern Eon soll es vorerst keine Unterbrechung der Versorgung geben. Man werde „auf die Sperrung von betroffenen Haushalten weitmöglich verzichten“, sagte ein Sprecher der Eon Energie Deutschland der „Welt“. Der Energiekonzern EnBW will dem Bericht zufolge bestehende Strom- und Gassperren aufheben.

18.03.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte die Energieversorger aufgefordert, während der Corona-Krise auf Strom- und Gassperren zu verzichten. Das sei „in Zeiten, in denen der Einzelne aufgefordert ist, überwiegend zuhause zu bleiben“ unverhältnismäßig.

Jedes Jahr drohen die Versorger Millionen Haushalten in Deutschland wegen unbezahlter Strom- und Gasrechnungen die Einstellung der Belieferung an. Im Jahr 2018 gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur allein beim Strom 4,9 Millionen Sperrandrohungen. Tatsächlich abgestellt wurde der Strom dann 296 000 Haushalten.

Weitere Meldungen