Versicherungsbetrug: Frau sägt sich Hand ab, um Prämie zu kassieren

Kriminalität

Um sich üppige Versicherungsansprüche zu erschleichen, sägt sich eine Frau ihre linke Hand ab. Der Plan geht aber nicht auf, ein Gericht hat nun ein Urteil gesprochen.

Ljubljana

11.09.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Polizei fand das Gliedmaß, und es wurde der Frau wieder angenäht.

Die Polizei fand das Gliedmaß, und es wurde der Frau wieder angenäht. (Symbolbild) © picture alliance / Angelika Warm

Schauriger Fall von versuchtem Versicherungsbetrug in Slowenien: Eine junge Frau soll sich laut Anklage für Ansprüche auf Zahlungen absichtlich die Hand abgesägt haben und muss dafür für zwei Jahre in Haft. Ein Bezirksgericht in der Hauptstadt Ljubljana sah es am Freitag als erwiesen an, dass die 20-Jährige versuchte, mit der makaberen Aktion Versicherungsfirmen hinters Licht zu führen.

Demnach hatte sie 2019 Verträge mit fünf verschiedenen Anbietern abgeschlossen und auf Ausschüttungen von mehr als einer Million Euro hoffen können - die Hälfte sofort, der Rest in regelmäßigen Monatsraten.

Frau trennte Hand angeblich mit Kreissäge ab

Die verurteilte Julija A. einigte sich nach Auffassung des Gerichts im vergangenen Jahr mit ihrem Freund, in ihrer Wohnung in Llubljana ihre Linke oberhalb des Handgelenks mit einer Kreissäge abzutrennen. Ihr Lebensgefährte bekam eine dreijährige Haftstrafe, dessen Vater eine einjährige Bewährungsstrafe.

Das Duo brachte A. nach dem Vorfall in eine Klinik und erklärte, sie habe sich beim Absägen von Ästen verletzt. Die Hand ließen sie jedoch zurück anstatt sie ins Krankenhaus zu schaffen, weil sie sichergehen wollten, dass die Behinderung nicht mehr rückgängig gemacht werden könne, hieß es in Gerichtsakten. Doch die Polizei fand das Gliedmaß, und es wurde der Frau wieder angenäht.

Freund informierte sich schon vorher über künstliche Hände

Tage vor dem Vorfall durchkämmte ihr Freund das Internet nach Informationen über die Funktionsweise von künstlichen Händen, wie Staatsanwälte mitteilten. Dies sei nur ein weiterer Beleg, dass die Hand-ab-Aktion Absicht gewesen sei.

Im Prozess beteuerte die Frau dennoch ihre Unschuld. Nie würde sie bewusst ihre eigenen Hand abtrennen. „Niemand will verkrüppelt sein“, sagte sie vor Gericht. „Meine Jugend wurde zerstört. Ich habe im Alter von 20 Jahren meine Hand verloren. Nur ich weiß, wie das passiert ist.“ Richterin Marjeta Dvornik sprach hingegen von fairen und angemessenen Urteilen.

RND

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