Verschärfte Maßnahmen gegen Coronavirus und dritter Krankheitsfall in Lünen

Coronavirus

Die Sicherheitsmaßnahmen der Stadt Lünen gegen die Ausbreitung des Coronavirus werden weiter verschärft. Die Stadt meldet außerdem den dritten Corona-Fall in Lünen.

Lünen

16.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Rathaus in Lünen wird ab Dienstag für Publikumsverkehr geschlossen bleiben. Auch für das öffentliche Leben in Lünen gibt es weitere Einschränkungen.

Das Rathaus in Lünen wird ab Dienstag (17.3.) für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. Auch für das öffentliche Leben in Lünen gibt es weitere Einschränkungen. © Stachelhaus

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen, hat die Stadt Lünen ihre Sicherheitsmaßnahmen am Montag (16.3.) verschärft. Außerdem meldet die Stadt am Montagnachmittag den dritten bestätigten Corona-Fall in Lünen. 60 Menschen stehen unter Quarantäne.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hat nach einer Beratung im Stab Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) eine Allgemeinverfügung erlassen, die das öffentliche Leben in Lünen regelt. Die neuen Regeln gelten mit sofortiger Wirkung.

Öffentliches Leben weitgehend lahmgelegt

Sämtliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel sind grundsätzlich bis einschließlich 19. April untersagt. Ausnahmen gibt es nur für Veranstaltungen die zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit, Ordnung oder Daseins-für- und -vorsorge unerlässlich sind.

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten gilt, zunächst bis zum 19. April, für den Zeitraum von 14 Tagen nach ihrem Aufenthalt ein Betretungsverbot für folgende Bereiche:

  • Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen, „Kinderbetreuung in besonderen Fällen“, Schulen und Heime, in denen überwiegend minderjährige Personen betreut werden, sowie betriebserlaubte Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe.
  • Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken
  • Stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe
  • Berufsschulen

    Für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie für stationäre Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe werden folgende Maßnahmen angeordnet:
  • Diese Einrichtungen haben Maßnahmen zu ergreifen, um die Übertragung von Corona-Viren zu erschweren, Patienten und Personal zu schützen und persönliche Schutzausrüstung einzusparen.
  • Sie haben Besuchsverbote oder restriktive Einschränkungen der Besuche auszusprechen; maximal ist aber ein registrierter Besucher pro Bewohner/ Patient pro Tag mit Schutzmaßnahmen und mit Hygieneunterweisung zuzulassen. Ausgenommen davon sind medizinisch oder ethisch-sozial angezeigte Besuche, etwa auf Kinderstationen oder bei Palliativpatienten.
  • Kantinen, Cafeterien oder andere öffentlich zugängliche Einrichtungen für Patienten und Besucher sind zu schließen.
  • Sämtliche öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Informationsveranstaltungen sind zu unterlassen.

Folgende Einrichtungen, Begegnungsstätten und Angebote werden geschlossen / eingestellt:

  • Alle Bars, Clubs, Diskotheken, Theater, Kinos und Museen unabhängig von Trägerschaft oder Eigentumsverhältnissen.
  • Alle Fitness-Studios, Schwimmbäder oder Saunen.
  • Alle Angebote der Volkshochschule, der Musikschule, der Stadtbücherei, in sonstigen öffentlichen und privaten außerschulischen Bildungseinrichtungen.
  • Zusammenkünfte in Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen. Dazu zählt auch der Trainingsbetrieb im Amateurbereich.
  • Zusammenkünfte in Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros und Prostitutionsbetrieben.

Der Zugang zu folgenden Einrichtungen wird seit Montag (16.3.) beschränkt und nur unter strengen Auflagen gestattet:

  • Bibliotheken außer Bibliotheken an Hochschulen.
  • Restaurants und Gaststätten sowie Hotels für die Bewirtung von Übernachtungsgästen.

Auflagen beinhalten: Besucherregistrierung mit Kontaktdaten – wie Datum, Uhrzeit, Nachname, Vorname, Telefonnummer. Zudem gibt es die Vorgabe für Mindestabstände zwischen Tischen von zwei Metern. Pflicht zum Aushang mit Hinweisen zur richtigen Hygienemaßnahmen und Einhaltung der Hygienehinweise.

Auflagen für Einkaufszentren

Auch in Bezug auf Einkaufszentren, die mehr als 15 einzelne Geschäftsbetriebe umfassen, gibt es eine Zugangsbeschränkung mit Auflagen. Der Aufenthalt ist nur zur Deckung des dringenden oder täglichen Bedarfs gestattet.

Sollten die Anordnungen missachtet werden, so sollen sie von Ordnungs- und Sicherheitskräften zwangsweise durchgesetzt werden.

Rathaus wird für Öffentlichkeit geschlossen

Das Rathaus wird ab Dienstag (17.3.) für Publikumsverkehr geschlossen. Das gilt auch für Technisches Rathaus, das städtische Gebäude Franz-Goormann-Straße und das Kulturbüro im Theater.

Die Vergabe dringender Termine wie Beurkundungen und andere unaufschiebbare Behördengänge erfolgt telefonisch unter der zentralen Rufnummer (02306) 1040.

Geschaltet sind außerdem das Bürgertelefon unter Tel. (02306) 104 2020 und das Servicetelefon des Kulturbüros unter Tel. (02306) 104 2299.

Für Trauungen werden bis Ende April keine neuen Termine mehr vergeben. Bereits angemeldete Trauungen werden aus dem Rathaus ausgegliedert.

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns appelliert an alle Menschen in Lünen, sich besonnen zu verhalten und nach Möglichkeit die persönlichen sozialen Kontakte - sofern möglich - weitgehend zu reduzieren.

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