Verkehrsminister fordert Gesetzentwurf für „Geister-Autos“

In Monheim fahren seit Februar autonome Busse - in denen aber noch ein Aufpasser sitzt. Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) würde gerne einen Schritt weiter gehen. Doch für fahrende Autos ganz ohne Insassen fehlt bisher der rechtliche Rahmen.

06.07.2020, 06:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Autonom fahrende, elektrische Busse stehen am Busbahnhof in Monheim. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Autonom fahrende, elektrische Busse stehen am Busbahnhof in Monheim. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) fordert vom Bund einen Gesetzentwurf für sogenanntes autonomes Fahren. Bislang sind Autos komplett ohne Fahrer im Straßenverkehr nicht erlaubt. „Wir brauchen einen verlässlichen Rechtsrahmen“, sagte Wüst der Deutschen Presse-Agentur. Das Bundesverkehrsministerium solle daher schnell einen Gesetzentwurf vorlegen. Nach den Vorstellungen des Politikers sollten autonome Fahrzeuge in Zukunft auch ganz ohne Insassen - quasi als Geister-Autos - unterwegs sein dürfen.

Wüst sieht NRW als „Modellregion für eine intelligente, vernetzte Mobilität der Zukunft“. Das autonome Fahren werde „die Mobilität, besser, sauberer und sicherer machen“. Der Minister denkt konkret an Fahrzeuge, die von einem sogenannten Steward aus einem Leitstand heraus überwacht und notfalls per Fernsteuerung übernommen werden. Das höchste der Gefühle sind bisher kleine autonome Busse in Monheim, in denen jeweils noch ein „Operator“ sitzt, der aufpasst und im Zweifel via Joystick das Fahrzeug zum Beispiel um ein Hindernis lenkt.

Im Düsseldorfer Verkehrsministerium sieht man einen Bedarf für Fahrten ohne Fahrer und Insassen und verweist zum Beispiel auf das Carsharing: „Häufig stehen Fahrzeuge nicht dort, wo sie aktuell gebraucht werden. In einer nächsten Entwicklungsstufe könnten Carsharing-Autos ferngesteuert aus Randbereichen zurück in die City geholt werden“, erläuterte ein Sprecher.

Oberste Priorität habe die Verkehrssicherheit. Deshalb sei es unerlässlich, die Fahrzeuge auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor sie auf die Straße dürfen. „In Nordrhein-Westfalen haben wir mit dem Aldenhoven Testing Center hervorragende Möglichkeiten, die neuen Technologien in einer geschützten Umgebung zu entwickeln“, so Wüst.

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