Verkaufsoffener Sonntag in Lünen: Jusos fordern, darauf zu verzichten

dzStadt und City Ring

Der geplante verkaufsoffene Sonntag in Lünen steht in der Kritik. Jetzt fordern die Jusos den Verzicht auf geöffnete Läden am Sonntag. Der City Ring kann das nicht nachvollziehen.

Lünen

, 17.11.2020, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten Advent findet in Lünen der verkaufsoffene Sonntag statt. Am 29. November öffnen die Händler ihre Türen unter Einhaltungen der strengen Corona-Hygienevorschriften. Damit nutzen die Händler eine Änderung der Coronaschutzverordnung, laut der insgesamt sogar fünf Sonntage erlaubt wären.

Das sorgt für kontroverse Diskussionen. Die Stadt und der City Ring Lünen haben sich dafür ausgesprochen. Auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns hält eine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit für sinnvoll und das Risiko für gering.

Kritik an dem Vorhaben ebbt nicht ab

Jetzt haben sich die Jusos in die Debatte eingeschaltet. Sie fordern einen Verzicht auf den verkaufsoffenen Sonntag. In einer Pressemitteilung stellen sie heraus, dass unter den Einschränkungen Gastronomiebetriebe und Kulturschaffende leiden — während die Stadt Lünen trotzdem einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten will.

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Die Jusos sehen in dem Vorhaben ein potenzielles Risiko. „Wir befürchten, dass der Shoppingsonntag zu einer vollen Fußgängerzone führt, Menschen aus Nachbarstädten anzieht und die Einkäufe, die ansonsten werktags erfolgen würden, gebündelt an einem Tag stattfinden. Damit bewirkt der verkaufsoffene Sonntag zur Adventszeit das Gegenteil der Kontaktbeschränkungen“, heißt es von Nina Kotissek, Vorsitzende der Jusos Lünen, in der Pressemitteilung.

Forderung: Kein Sonntagsshopping erlauben

Über einen verkaufsoffenen Sonntag könne erst nachgedacht werden, wenn die Ansteckungswerte auf ein kontrollierbares Maß sinken. „Wir verstehen den Wunsch der HändlerInnen nach Umsatz in diesem schwierigen Jahr, sehen aber auch den notwendigen Gesundheitsschutz“, so Robert Schmidt, stellvertretender Juso-Vorsitzender. Denn die Angestellten seien einem erhöhten Infektionsrisiko ausgeliefert.

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Anders sieht das der City Ring. „Die Situation erfüllt mich mit Trauer und Schmerz“, sagt Helmut von Bohlen, Vorsitzender des City Rings. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, warum man an einem einzigen verkaufsoffenen Sonntag so harsche Kritik übt - derweil Widersprüche in so vielen Konzepten stecken.

Dass in den sozialen Netzwerken so viel Negatives aufgeworfen wird, kann von Bohlen nicht nachvollziehen. „Das sind Hetztiraden ohne Sinn - Ton und Umgang haben ein Ausmaß angenommen, das nicht vorstellbar wäre, wenn sich die Leute auf offener Straße begegnen würden.“

„Die Geschäfte sind von Montag bis Samstag geöffnet. Die Händler setzen sich so gesehen jeden Tag einem Risiko aus. Aber dieser eine Sonntag steht in der Kritik.“ Der verkaufsoffene Tag solle dazu dienen, den Andrang zu verteilen, nicht ihn auf einen einzigen Tag zu konzentrieren. „Es ist Black Friday Wochenende. Wir wollen die Möglichkeit geben, alles zu entzerren und auch die Rabatte an die Kunden weiterzuleiten“, so von Bohlen.

Nachvollziehbar, sich keinem Risiko aussetzen zu wollen

Es sei nachvollziehbar, wenn man sich keinem Risiko aussetzen will. „Wer möchte, der kann in die Geschäfte kommen. Wer es nicht will, der muss es nicht.“ Es sei auch freie Entscheidung der Händler, am Sonntag zu öffnen. Viele kämpfen um ihre Existenz, sagt von Bohlen.

Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, warum man es den Händlern so schwer macht. „Wenn sich doch alle an die Hygienemaßnahmen halten - warum ist das ein Problem?“

Und auf die harsche Kritik hat von Bohlen eine ebenso harsche Antwort: „Wenn ihr so weitermacht, müsst ihr euch nicht wundern, dass der Einzelhandel stirbt.“

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