„Vergessene Welt“? Neue Anwohnerin klagt über Schmutz und Dunkelheit

dzBürenbruch

Seit Mai lebt Petra Schäfer mit ihrem Mann und ihrem Hund am Bürenbruch. Doch von der Stadt fühlt sie sich dort im Stich gelassen. Verschmutzte Gehwege sind nicht das einzige Problem.

Schwerte

, 16.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich haben sich Petra Schäfer und ihr Mann Torsten mit ihrem neuen Eigenheim am Bürenbruch in Schwerte einen Traum erfüllt. Als der Vermieter für ihre Wohnung in Dortmund-Wickede Eigenbedarf angemeldet hatte, stellte sich für die beiden 55-jährigen Eheleute die Frage, welche Wohnumgebung eigentlich ihren Wünschen entsprechen würde.

Auch für Hund Bailey die perfekte Lage

„Mein Mann und ich sind beide Naturliebhaber“, erzählt Petra Schäfer. Die ländliche Umgebung am Bürenbruch habe daher nicht nur für sie selbst, sondern auch ihren Hund Bailey perfekt gepasst. „Für uns fühlt sich jeder Tag wie Urlaub in einem Ferienhaus an.“

Dennoch bekam das Paar in den vier Monaten, in denen sie nun am Bürenbruch wohnen, zunehmend das Gefühl, in einer „vergessenen Welt“ zu leben. Die idyllische Umgebung rund um das Waldapartment, über das unsere Redaktion berichtet hatte, sei eben nur die eine Seite des Bürenbruchs.

Zugewachsene Straßenlaternen ohne Leuchtkraft

„Das fängt schon bei der Straßenbeleuchtung an“, beginnt Petra Schäfer zu erzählen. In vielen Teilen der Straße sei es nachts zappenduster, da die Wege oft gar nicht beleuchtet würden. Die vorhandenen Straßenlaternen seien von Ästen völlig zugewachsen und daher ohne Leuchtkraft. Dabei befänden sich in der Nähe der ehemaligen Gaststätte Linneweber sogar zwei Bushaltestellen.

Die Stadtwerke konnten in diesem Bereich jedoch keine Missstände feststellen. Auf Nachfrage unserer Redaktion habe man die Situation am Bürenbruch geprüft. „Bei der Kontrolle stellten wir fest, dass die zwei Lichtmasten nicht direkt an Baumgrün grenzen. Die beiden Lichtmasten sind durch die Stadtwerke im April 2017 durch effiziente LED-Beleuchtung technisch auf den aktuellen Stand gebracht worden“, teilt Pressesprecherin Michaela Zorn-Koritzius mit.

Fußgänger müssen auf die Straße ausweichen

Doch die fehlende Beleuchtung ist nicht der einzige Missstand, den die Neu-Schwerter beklagen. „Hier findet keinerlei Straßenreinigung statt“, führt Petra Schäfer weiter aus. Auf den Fußgängerwegen sammele sich der Dreck, an den Rändern wuchere das Gras in beträchtlicher Höhe. „Als Fußgänger ist man gezwungen, die Straße zu benutzen, da man den Gehweg überhaupt nicht mehr erkennen kann“, so Schäfer. „Für mich ist es unerklärlich, dass das so aussehen muss.“

Auf dem schmalen Bürgersteig wird es vor allem am Abend kritisch, wenn Autos um die enge Kurve gefahren kommen.

Auf dem schmalen Bürgersteig wird es vor allem am Abend kritisch, wenn Autos um die enge Kurve gefahren kommen. © Reinhard Schmitz

Den richtigen Adressaten für das Problem zu finden, erweist sich jedoch als schwierig. Schließlich sind für die Säuberung der Gehwege und die Beschneidung von Bäumen die Anwohner selbst zuständig.

Außerdem handele es sich bei dem Streckenabschnitt um eine Landstraße ohne richtigen Gehweg. Wie die Stadt Schwerte mitteilt, gebe es daher auch keine Beleuchtung wie in Wohngebieten. Für die Säuberung der Straße sei der Kreis zuständig.

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