Verdächtiger schweigt zu versuchtem Anschlag auf ICE-Strecke

Kriminalität

Ein 51-Jähriger soll an einer ICE-Strecke die Befestigungen gelöst haben. Zu den Vorwürfen allerdings schweigt der mutmaßliche Täter. Ihm wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen.

Frankfurt/Köln

24.03.2020, 05:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Mann soll an einer ICE-Strecke die Schrauben gelöst haben. (Symbolbild)

Ein Mann soll an einer ICE-Strecke die Schrauben gelöst haben. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Nach dem Anschlag auf eine ICE-Strecke schweigt der 51 Jahre alte Verdächtige weiterhin zu den Vorwürfen. „Er hat keinerlei Angaben gemacht“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Montag über den Deutschen, der in der Nacht zu Samstag bei Köln von Spezialkräften der Polizei festgenommen worden war.

Der Mann, der an der Hochgeschwindigkeitsstrecke bei Niedernhausen in Hessen auf rund 80 Metern die Schienenbefestigungen gelöst haben soll, war am Samstag in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm wird versuchter Mord und gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen. Der Mann habe den Anschlag heimtückisch geplant, weil letztlich jeder Zug mit seinen arg- und wehrlosen Insassen hätte getroffen werden können, so die Anklagebehörde.

Heiße Spur führte zu 51-Jährigem

Die Generalstaatsanwaltschaft machte keine genaueren Angaben, wie die Ermittler so schnell auf die Spur des Mannes kamen, nachdem die Gefahrenquelle am Freitag entdeckt worden war. Es habe mehrere Hinweise gegeben, von denen einer auf die „heiße Spur“ des 51-Jährigen geführt habe, sagte der Sprecher. Nachdem sein möglicher Aufenthaltsort ermittelt worden sei, sei es dann zur Festnahme gekommen. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte ein Beschwerdebrief an Kanzlerin Angela Merkel zu dem Mann geführt, den er mit seinem echten Namen unterschrieben hatte.

Nun werde mit Hochdruck zu dem Gesamtgeschehen ermittelt - einschließlich technischer Analysen, die Aufschluss geben sollen, wie schnell und in welchem Umfang es zu einem gefährlichen Zwischenfall hätte kommen können. Auch wenn in alle Richtungen ermittelt werde, gebe es derzeit keine Hinweise auf weitere Beteiligte.

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