Verdächtiger im Fall Maddie vergewaltigte Frau (72) in Portugal

Kriminalität

Im Fall „Maddie“ McCann richten sich Mordermittlungen gegen einen Deutschen. Inzwischen sind weitere Details über den Beschuldigten bekannt - demnach soll er wegen unterschiedliche Delikte vorbestraft sein.

04.06.2020, 09:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann halten bei einem Such-Aufruf das Foto ihrer Tochter.

Kate und Gerry McCann, Eltern der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann halten bei einem Such-Aufruf das Foto ihrer Tochter. © picture alliance/dpa

Im Zuge der Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen im Fall des vor gut 13 Jahren verschwundenen britischen Mädchens Madeleine „Maddie“ McCann sind neue Details über den Verdächtigen bekannt geworden. Demnach soll der Mann nicht nur wegen Sexualstraftaten an Kindern vorbestraft sein, sondern auch eine 72 Jahre alte US-Amerikanerin in Portugal vergewaltigt haben.

Nach Informationen der „Braunschweiger Zeitung“ wurde der Beschuldigten 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen Vergewaltigung der damals 72-jährigen Amerikanerin zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann soll die Tat in demselben portugiesischen Ort begangen haben, in dem rund anderthalb Jahre später die kleine Maddie verschwunden ist. Das Urteil sei bislang nicht rechtskräftig. Der Angeklagte werfe der Justiz Rechtsfehler im Auslieferungsverfahren vor. Laut Bundeskriminalamts (BKA) verbüßt der Mann derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe.

Maddie verschwand aus Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz

Nach BKA-Angaben hatte der Verdächtige zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. „Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach“, teilte das BKA mit.

Wie Scotland Yard am Mittwochabend mitteilte, trug der Mann zur Tatzeit kurzes, blondes Haar und war etwa 1,80 Meter groß. Besonderes Augenmerk lenkten die britischen Ermittler auf zwei Fahrzeuge und zwei Telefonnummern, die der Verdächtige benutzt haben soll. Es geht um einen Caravan vom Typ VW T3 Westfalia mit portugiesischem Nummernschild, in dem der Mann zeitweise gewohnt haben soll, und einen Jaguar, Model XJR 6, mit einem deutschen Kennzeichen. Am Tag nach Maddies Verschwinden sei der Jaguar auf einen neuen Halter umgemeldet worden.

Die damals dreijährige Maddie war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht.