Verborgenes Mahnmal für ermordete NS-Opfer ausgegraben

Archäologen haben nach intensiver Suche im Sauerland ein verschwundenes Mahnmal für Opfer der Nazi-Kriegsgräuel wieder aufgespürt. Die Steinsäule sei 1945 auf Veranlassung der damaligen Sowjetunion in einem Tal bei Warstein auf einem Friedhofsareal errichtet worden, berichtete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Bei Umbettung der Toten - realisiert durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge - 1964 ins nicht weit entfernte Meschede sei der Obelisk dann wohl absichtlich beseitigt worden. Darauf lasse auch ein Protokolleintrag des Volksbunds schließen.

28.05.2020, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Offenbar sei das drei Meter hohe Mahnmal, das in mehreren Sprachen Verbrechen, Täter und Opfer benannte, damals „noch ein Dorn im Auge der Bürger gewesen“, sagte LWL-Historiker Marcus Weidner laut Mitteilung vom Donnerstag. Die meisten der dortigen Mordopfer stammten dem LWL zufolge aus der Sowjetunion. Nach umfangreicher Vorarbeit habe man den beschädigten Obelisken aufspüren und nun bergen können.

Im März 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, hatten Exekutions-Kommandos von Waffen-SS und Wehrmacht zwischen Warstein und Meschede an drei Stellen insgesamt 208 russische und polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ermordet. Auf Grundlage langjähriger Forschungen von LWL-Experten werden seit 2018 an allen drei Tatorten Ausgrabungen durchgeführt. Die Funde zeugen von den letzten Stunden der Ermordeten und geben Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten.

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