Verband: Bei Betreuung alter Menschen droht große Lücke

Inmitten der Corona-Krise droht Experten zufolge in der häuslichen Betreuung alter und kranker Menschen nach Ostern eine gewaltige Lücke. Ein großer Teil der osteuropäischen Betreuerinnen werde nach den Feiertagen wegen der Pandemie nicht mehr aus ihren Heimatländern zurück in die deutschen Haushalte kommen. Damit rechnet der Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP). Schrittweise würden voraussichtlich bis zu 200.000 Betreuungspersonen aus Osteuropa, überwiegend Polinnen, fehlen. Tagtäglich betreuen hierzulande laut Verband 300.000 Osteuropäerinnen alte Menschen Zuhause - die große Mehrheit sei illegal tätig.

08.04.2020, 07:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild

Eine Pflegekraft geht in einem Pflegeheim mit einer älteren Dame über einen Korridor. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild

Auch in NRW könnte sich nach Einschätzung des Landesverbands freie ambulante Krankenpflege (LfK) bald ein Defizit ergeben. Sollten die Betreuerinnen aus Osteuropa wegbrechen und die krisenhafte Situation länger anhalten, würde als Folge wohl die vollstationäre Pflege zunehmen, sagte LfK-Landesgeschäftsführer Christoph Treiß. Aber gerade Pflegeeinrichtungen gelten oft als Corona-Hotspots, einige haben einen Aufnahmestopp verhängt.

Die Betreuungspersonen aus Osteuropa bildeten faktisch eine Säule der Versorgung alter Menschen in Deutschland, erläuterte VHBP-Geschäftsführer Frederic Seebohm. Die Politik müsse das anerkennen und Rechtssicherheit für betroffene Familien und Betreuungspersonen schaffen.

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