Verbände gegen Atommüllpläne in Würgassen: „Brisantes Zeug“

Atommüll aus deutschen Zwischenlagern soll nach Würgassen kommen. Gegen diese Pläne im Dreiländereck von NRW, Hessen und Niedersachsen machen mehrere Initiativen mobil. Noch ist nichts festgezurrt.

13.03.2020, 01:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Schriftzug "Kernkraft Würgassen" und "Preussen Elektra" steht auf einem Schild an der Einfahrt zum ehemaligen Kernkraftwerk. Foto: Swen Pförtner/dpa

Der Schriftzug "Kernkraft Würgassen" und "Preussen Elektra" steht auf einem Schild an der Einfahrt zum ehemaligen Kernkraftwerk. Foto: Swen Pförtner/dpa

Mehrere Initiativen haben massive Bedenken gegen Pläne, in Würgassen im östlichen NRW ein zentrales Lager für radioaktive Abfälle zu bauen. Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dezentralen Zwischenlagern sollen dort in eine noch zu errichtende oberirdische Stahlbetonhalle gebracht werden. Das hatte die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) jüngst mitgeteilt.

Man habe sich den Auswahlprozess für den Standort am Länderdreieck von NRW, Niedersachsen und Hessen „genau angeschaut und sehr seltsame Dinge“ festgestellt“, sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“ der dpa. Heute wollen „ausgestrahlt“, die „Bürgerinitiative gegen atomaren Dreck in dem Dreiländereck“ und die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad ihre Kritik öffentlich erläutern.

Die Planungen für das angestrebte „Logistikzentrum“ hätten viel Unruhe in der Region ausgelöst. Unter dem Atommüll werde auch „sehr brisantes Zeug“ sein, meinte Stay. Laut BGZ sollen die Abfälle aus ganz Deutschland auf dem Gelände des früheren AKW Würgassen gesammelt und so zusammengestellt werden, dass man sie schnellstmöglich nach Salzgitter bringen könne. Dort entsteht derzeit mit dem Schacht Konrad Deutschlands erstes atomrechtlich genehmigtes Endlager.

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