Vater mit Eisenrohr erschlagen: Sohn muss in die Psychiatrie

Ein psychisch kranker Mann aus Essen schlägt mit einem Eisenrohr auf seinen Vater ein. Jetzt haben die Richter das Urteil gesprochen.

25.03.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Das Gebäude, in dem Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht Essen untergebracht sind. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Nach einem tödlichen Angriff auf seinen Vater ist Mann aus Essen am Mittwoch auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden. Der 36-Jährige hatte gestanden, seinem Vater am 22. September 2019 den Schädel eingeschlagen zu haben. Die Tatwaffe war ein 70 Zentimeter langes Eisenrohr mit aufgeschraubter Muffe. Der 60-Jährige war drei Monate nach der Tat im Krankenhaus gestorben. Auslöser der Tat waren Wahnvorstellungen. Der Angeklagte fühlte sich von seinem Vater verfolgt, obwohl es kaum noch Kontakt gegeben hatte.

Der Vater hatte im Fernsehsessel gesessen, als der Angriff erfolgte. Auch als er schon stark blutend am Boden lag, schlug der 36-Jährige weiter zu. „Ich konnte nicht mehr aufhören“, sagte er den Richtern.

Die Ärzte hatten später schwerste Schädel- und Rückenverletzungen festgestellt. Der 60-Jährige war fast komplett gelähmt, konnte sich nach Angaben seines Schwagers nur noch mit einer Hand verständlich machen.

Nach Angaben einer Psychiaterin leidet der Angeklagte unter paranoider Schizophrenie. Es bestehe weder Krankheitseinsicht noch Behandlungsbereitschaft. Deshalb gelte er als extrem gefährlich.

Die Richter am Essener Schwurgericht werteten die Tat als Totschlag. Eine Bestrafung kam wegen völliger Schuldunfähigkeit jedoch nicht in Frage. An der Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie ging laut Urteil aber kein Weg vorbei - zum Schutz der Allgemeinheit.

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