USA: Trump zieht Nationalgarde aus Washington ab

Rassismus

Wegen der Ausschreitungen bei den Anti-Rassismus-Protesten in Washington hatte US-Präsident Donald Trump die Nationalgarde aufmarschieren lassen. Nun kündigt er den Befehl zum Rückzug an.

Washington

07.06.2020, 19:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
US-Präsident Donald Trump hat den Abzug der Nationalgarde angekündigt.

US-Präsident Donald Trump hat den Abzug der Nationalgarde angekündigt. © picture alliance/dpa

Donald Trump hat angekündigt, dass die Nationalgarde mit ihrem Rückzug aus Washington beginne. Er habe ihnen den Befehl dazu gegeben - jetzt, da die Lage in der Stadt „unter perfekter Kontrolle“ sei, twitterte der US-Präsident. Trump ließ es aber nicht aus, noch eine Warnung auszusprechen. Die Reservisten könnten schnell zurückkehren, wenn nötig, fügte er noch an.

Trump hatte nach den Ausschreitungen bei den Protesten infolge des Tods des Afroamerikaners George Floyd die Nationalgarde in der Hauptstadt aufmarschieren lassen, um die Unruhen einzudämmen. Dabei geriet er auch mit Bürgermeisterin Muriel Bowser aneinander. Sie ließ zuletzt „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen) in riesigen gelben Lettern auf eine Straße nahe dem Weißen Haus schreiben.

Gewaltsame Auflösung einer Demonstration

Bowser hatte Trump in einem offenen Brief am Donnerstag dazu aufgefordert, alle Soldaten und Sicherheitskräfte der Bundesregierung aus ihrer Stadt abzuziehen. Trumps Regierung hatte am Montagabend eine Demonstration vor dem Weißen Haus gewaltsam auflösen lassen, damit der Präsident vor einer Kirche an dem Platz mit einer Bibel für Kameras posieren konnte. Dabei war unter anderem Militärpolizei zum Einsatz gekommen. Das Vorgehen sorgte für scharfe Kritik.

Auslöser der Proteste in Washington und etlichen anderen US-Städten ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am 25. Mai in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota. Zu Beginn kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen bei den Protesten, solche Vorfälle haben aber deutlich nachgelassen.

Trump drängte die Gouverneure der betroffenen Bundesstaaten zum Einsatz der Nationalgarde - die zur Reserve der US-Armee gehört - und drohte seinerseits mit dem Einsatz des Militärs wegen der Proteste. In Washington verlaufen die Demonstrationen seit Tagen friedlich.

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