Urteil rechtskräftig: 31-Jährige zieht Revision zurück

Das Urteil des Bonner Landgerichts im sogenannten „Sugar Daddy“-Prozess ist rechtskräftig. Die in dem Verfahren verurteilte 31-Jährige habe die Revision überraschend zurückgezogen, erklärte ein Gerichtssprecher am Mittwoch. Die Richter hatten die Prostituierte, die ursprünglich als Kronzeugin angetreten war, im März 2020 wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Zwei mitangeklagte Männer aus dem Rotlichtmilieu wurden dagegen freigesprochen, da ihnen nicht mit letzter Sicherheit eine Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte.

22.07.2020, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht Bonn angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht Bonn angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Dem Trio war vorgeworfen worden, zwei Jahre lang einen 51 Jahre alten Unternehmer aus dem Sauerland um insgesamt 1,6 Millionen Euro erpresst zu haben. Die Frau soll ihn über die Internetplattform „Sugar Daddy“ kennengelernt haben. Danach sei er immer wieder unter Druck gesetzt worden.

Die 31-Jährige war ursprünglich als Kronzeugin gegen die beiden Männer aufgetreten. Letztlich glaubten ihr aber weder Staatsanwalt noch Gericht: Zu oft habe die Frau ihre Aussagen im Prozess gewechselt. Sie habe bei der Erpressung ihres „Sugar Daddys“ vielmehr selbst eine entscheidende Rolle gespielt.

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