Unterstützung vom Land für Schwerter Augenoptiker kam in Rekordzeit

dzNRW-Soforthilfe

Viele Unternehmer in Schwerte geraten wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten. Einer von ihnen ist der Augenoptiker Peter Rienhöfer. Nun wird ihm und anderen geholfen.

Schwerte

, 01.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in den vergangenen Tagen in der Fußgängerzone unterwegs war, dürfte sich einsam vorgekommen sein. Nur wenige Geschäfte rund um die Hüsingstraße haben geöffnet. Eins davon ist das Geschäft von Peter Rienhöfer.

Der Augenoptikermeister hat seinen Laden in der Kleppingstraße jedoch nur am Vormittag für eine Notfallversorgung geöffnet. „Mein Anspruch ist, die Kunden auch jetzt nicht hängen zu lassen“, äußert sich Rienhöfer zur aktuellen Situation.

Soforthilfe vom Land

Dennoch ist auch in Rienhöfers Geschäft nicht viel los. „Wir stellen zwar eine Notversorgung, es kommt aber so gut wie niemand in das Geschäft. So soll es ja eigentlich auch sein.“

Trotz Notfallöffnung finden nur noch wenige Kunden den Weg in das Geschäft von Augenoptiker Peter Rienhöfer.

Trotz Notfallöffnung finden nur noch wenige Kunden den Weg in das Geschäft von Augenoptiker Peter Rienhöfer. © Reinhard Schmitz

Damit das trotz des Umsatzrückgangs von über 50 Prozent auch weiterhin möglich ist, hat Rienhöfer beim Land NRW eine Soforthilfe beantragt. „Die Informationen, dass es Möglichkeiten eines Zuschusses gibt, habe ich von der Schwerter Wirtschaftsförderung bekommen“, so der Unternehmer.

Seit Freitag (27. März) können Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern eine Förderung beim Land beantragen, die „erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona“ verzeichnen.

Davon gibt es in Schwerte einige Unternehmen. „Bei uns steht das Telefon nicht mehr still“, bestätigt Jens Ewald von der Wirtschaftsförderung, die Unternehmen bei der Beantragung der Soforthilfe unterstützt.

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Zusage innerhalb von zwei Tagen

Seit Freitag um 12 Uhr sollte der Antrag auf Soforthilfe möglich sein. Als Rienhöfer das Online-Formular aufrufen wollte, sei jedoch die Internetseite des Landes überlastet gewesen. Am Abend konnte Rienhöfer den Antrag dann aber einreichen.

Am Sonntagabend erhielt er bereits eine Zusage. „Hut ab, ich hätte nicht gedacht, dass das über das Wochenende so schnell geht“, kommentiert Rienhöfer. Er sei auch nicht der einzige Schwerter Unternehmer. „Ich habe schon von mehreren Unternehmern gehört, dass sie am Sonntag auch eine Zusage bekommen haben.“

Die Soforthilfe wird für drei Monate gezahlt, je nach Betriebsgröße werden bis zu 25.000 Euro überwiesen. Das ist laut Rienhöfer aber nur als Unterstützung zu sehen. Die laufenden Kosten könnten damit bei seinem und den meisten anderen Unternehmen nicht gedeckt werden. „Man kann dann nur hoffen, dass man Rücklagen gebildet hat.“

Soforthilfe muss versteuert werden

Einen kleinen Haken gibt es bei der Förderung dann doch. Die Soforthilfe gilt als Betriebseinnahme, muss also bei der nächsten Steuererklärung angegeben und versteuert werden.

„Man kann nicht davon ausgehen, dass wir die Ausfälle den Rest des Jahres wieder ausgleichen“, weiß Rienhöfer. Ob die drei Monate Soforthilfe ausreichen, sei unklar. „Wir wissen auch nicht, worauf wir uns noch einstellen müssen.“

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