Nach der Corona-Krise: Unternehmer aus Lünen mit Großauftrag von Mercedes

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Die Veranstaltungsbranche hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen, auch das Lüner Unternehmen Late Night Concepts. Ein prominenter Kunde soll dort die Wende bringen.

Lünen

, 20.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang Juli ist das Unternehmen Late Night Concepts offiziell eingezogen in den Hallen neben der ehemaligen Westfalia-Kantine in Wethmar. Die Firma ist in der Veranstaltungs-Branche tätig, organisiert Tagungen und andere Veranstaltungen. Wie viele andere Unternehmen dieser Art hat Late Night Concepts deshalb besonders unter der Corona-Krise gelitten. Alle Veranstaltungen, die die Firma hätte betreuen und organisieren können, waren nicht mehr erlaubt. „Das war für uns ein Berufsverbot“, sagt Geschäftsführer Ingo Kaiser.

Das große Foyer biete Möglichkeiten auch für größere Veranstaltungen, selbst unter Corona-Bedingungen.

© Late Night Concepts

Umso erfreuter war er jetzt, dass er und seine Kollegen ab Anfang September den ersten Großkunden betreuen konnten: Mercedes. „Wir sind mit die ersten, die das wieder machen“, sagt Kaiser, „die ganze Branche guckt ein bisschen auf uns“.

96 Mercedes-Verkäufer pro Tag gingen zwei Wochen lang in Wethmar ein und aus, das sind knapp 1000 Menschen in zwei Wochen. Die Verkäufer werden dort fortgebildet und auf den neuesten Stand gebracht - natürlich unter verschärften Hygiene-Bedingungen und in kleinen Gruppen.

Drei Sattelzüge quer durch Deutschland

Nach zwei Wochen ist es für Late Night Concepts aber nicht vorbei: Equipment und Ausstattung werden auf drei Sattelzüge verladen und nach München gefahren, dann nach Hamburg und an mehrere weitere Orte. Insgesamt 6800 Mercedes-Verkäufer werden so geschult und von dem Lüner Unternehmen begleitet. „Manche Kollegen von uns sind dann 10 Wochen nonstop auf Tour.“ Das sei natürlich anstrengend. Die meisten aber seien einfach froh, dass es wieder Arbeit gibt.

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Von solchen Veranstaltungen vor Ort profitiere nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Stadt, meint Kaiser. Die Teilnehmer werden in Hotels untergebracht, die Autos müssen getankt werden. Den Standort in Lünen hält er ohnehin für „eine tolle Möglichkeit“. Die städtische Infrastruktur in die eine Richtung, das Münsterland auf der anderen Seite. „Das erzähle ich allen Leuten, dieses Potenzial, dafür will ich andere begeistern.“

Die Veranstaltungsbranche hatte in der Corona-Krise unter anderem mit der „Night of Light“ auf sich und ihre Probleme aufmerksam gemacht. Im Gegensatz zu anderen Branchen gebe es für die vielen tausend Beschäftigten keine spezielle Unterstützung hieß es da. Um für ihr Anliegen Aufmerksamkeit zu erringen, hatten viele ihre Gebäude abends rot angestrahlt. Die alte Westfalia-Kantine, die zu Kaisers Plänen gehört, waren an diesem Abend ebenso angestrahlt wie das Ufo in Brambauer.

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