Stromkästen in Werne bekommen jetzt QR-Codes - das steckt dahinter

Verkehrsverein

Die Stromkästen in Werne bekommen QR-Codes. Wer aber glaubt, er könne damit den Zählerstand oder Ähnliches ablesen, der irrt sich. Hinter der Aktion steckt eine ganz andere Idee.

Werne

, 23.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Werner Stromkästen - wie dieser hier an der Kurt-Schumacher-Straße - bekommen QR-Codes.

Die Werner Stromkästen - wie dieser hier an der Kurt-Schumacher-Straße - bekommen QR-Codes. © Vanessa Trinkwald (Archiv)

QR-Codes für Stromkästen - was ist das denn bitte für eine merkwürdige Idee? Wer sollte sich denn vor einen Stromkasten stellen wollen, um mit seinem Smartphone einen solchen Code zu scannen? Und noch viel wichtiger: Wozu sollte er das tun? Der Zählerstand in der heimischen Wohnung ist für viele doch schon erschreckend genug. Das mag stimmen - hat allerdings auch überhaupt nichts mit dem zu tun, was sich der Verkehrsverein Werne bei seiner besonderen Aktion gedacht hat.

Dessen Mitglieder Marita Gräve, Rolf Strohmenger, Heidelore Fertig-Möller und Gottfried Forstmann haben durchaus Gesprächsbedarf, als sie in den Räumen des Verkehrsvereins am Roggenmarkt zusammensitzen. Auf dem Tisch liegen mehrere Zettel und alte Fotos. Sie zeigen Werne, wie es früher einmal aussah. Zum Beginn des 20. Jahrhunderts zum Beispiel. Und es herrscht bei der Bewertung des Bildmaterials nicht immer sofort Einigkeit bei den Vereinsmitgliedern: „Das Foto ist doch niemals dort entstanden. Da ist doch die Burgstraße. Guck doch mal hin“, hört man da unter anderem. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich.

Marita Gräve (r.), Rolf Strohmenger, Heidelore Fertig-Möller und Gottfried Forstmann vom Verkehrsverein hatten durchaus Gesprächsbedarf, wenn es um die Einordnung der historischen Fotos ging.

Marita Gräve (r.), Rolf Strohmenger, Heidelore Fertig-Möller und Gottfried Forstmann vom Verkehrsverein hatten durchaus Gesprächsbedarf, wenn es um die Einordnung der historischen Fotos ging. © Felix Püschner

47 dieser alten Fotos hat der Verein bereits auf den Stromkästen in der Werner Innenstadt angebracht, um diese zu verschönern und dem Betrachter Einblicke in die Historie der Lippestadt zu geben. Drei weitere sollen bis zur Jahreshauptversammlung im Oktober noch hinzukommen. Man will die 50 schaffen. Die Motive: der Domhof und die Moormannfabrik in den 1950er Jahren sowie die Steinstraße in den 1920er Jahren.

Sowohl von der Moormannfabrik, die sich mitten in der Fußgängerzone an der Bonenstraße befand, als auch vom Domhof, an dessen ursprünglichem Standort sich inzwischen ein Parkplatz befindet, fehlt heute jede Spur. Im Falle der Moormannfabrik ist immerhin noch der „Moormannplatz“ als Name erhalten geblieben.

Von der Moormannfabrik fehlt heute jede Spur. Sie ist allerdings Namensgeberin für den Moormannplatz, den es an dieser Stelle noch heute gibt. Das Bild stammt wahrscheinlich aus den 1950er Jahren.

Von der Moormannfabrik fehlt heute jede Spur. Sie ist allerdings Namensgeberin für den Moormannplatz, den es an dieser Stelle noch heute gibt. Das Bild stammt wahrscheinlich aus den 1950er Jahren. © Archiv Förderverein Stadtmuseum

Und was hat es nun mit den kleinen QR-Codes auf sich? Wer die einscannt, landet auf der Homepage des Verkehrsvereins und bekommt kurze Texte mit Informationen zur jeweiligen Abbildung geliefert. Da heißt es etwa zur Moormannfabrik: Auf dem heutigen Moormannplatz stand bis Mitte der 70er Jahre die Brennerei Moormann, die schon 1737 gegründet wurde und ständig wuchs. Im 19. Jahrhundert stellte man vor allem Hefe und Hefeprodukte her. Bei der Stadtkernsanierung wurde diese Firma ausgelagert und es entstand der heutige Platz mit dem Moormann-Brunnen.

Nur wann der Stromkasten dort aufgestellt wurde, erfährt man nicht. Mit Ausnahme derjenigen, deren größte Leidenschaft das Betrachten von Zählerständen ist, dürfte das aber wohl kaum jemanden stören.

Termin: Die Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins Werne findet am Montag, 12. Oktober, um 19 Uhr im Martin-Luther-Zentrum an der Wichernstraße 4 statt.
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