Unfall mit Mutter (36) und Sohn (5): Polizei hat Handydaten ausgewertet

dzWannebachstraße

Wie kam es zum schweren Unfall in Schwerte, nach dem eine Mutter und ihr Sohn in Lebensgefahr waren? Die Polizei hat Handydaten ausgewertet und den Fall an die Staatsanwaltschaft gegeben.

Westhofen

, 08.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wannebachstraße von Schwerte-Westhofen bergauf in Richtung Holzen, eine leichte Rechtskurve. Dort ereignete sich am frühen Nachmittag des 1. September ein Unfall mit schweren Folgen: Ein Kleinwagen war dort zu weit nach links geraten, als ein Lastwagen entgegenkam.

Dessen Fahrer bremste zwar und wich auch nach rechts aus. Das konnte den Frontalzusammenstoß aber nicht verhindern. Während der LKW-Fahrer unverletzt blieb, wurden die Insassen des Kleinwagens schwerst verletzt. Sowohl eine 36-jährige Frau aus Schwerte, die am Steuer saß, als auch ihr fünfjähriger Sohn auf der Rückbank mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Beide schwebten zunächst in Lebensgefahr.

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36-Jährige erst zu schwer verletzt für eine Befragung

In der Folge ging es für die Polizei um die Frage: Wie kam es zu diesem Unfall? Die wichtigste Befragung konnte dabei lange nicht stattfinden, denn die 36-Jährige sei über mehrere Wochen nicht vernehmungsfähig gewesen, hieß es von der Polizei. Ihr gesundheitlicher Zustand habe das nicht zugelassen.

Also wurden die technischen Daten ausgewertet. So stand schnell fest, dass der Lkw-Fahrer sich vorbildlich verhalten habe, also weder zu lange am Steuer gesessen hatte noch sonstwie abgelenkt gewesen sei.

Kein Handy am Steuer, kein technischer Defekt am Auto

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurden auch weitere technische Daten abgefragt, etwa die Handydaten der Frau. Auch hier: nichts, keine Ablenkung, also weiter Unklarheit über den Grund für den Unfall.

Ein technischer Defekt am Auto, an Bremse oder Lenker vielleicht? Auch das nicht, erklärte Christian Stein, Sprecher der Polizei im Kreis Unna, nun auf Anfrage. Dafür habe man die Frau mittlerweile befragen können.

Fahrerin kann sich an den Unfall nicht mehr erinnern

Sie habe allerdings angegeben, sie könne sich an den Unfall nicht mehr erinnern. Geben wichtige Zeugen oder Unfallbeteiligte das an, erkundigt sich die Polizei in der Regel bei den Ärzten, ob das sein kann. Hier auch? So konkret darf sich Stein nicht dazu äußern.

Er sagt nur ganz allgemein: „Es liegen keinerlei Hinweise für eine Ablenkung am Steuer vor.“

Akte wandert zur Staatsanwaltschaft nach Hagen

Für die Polizei bedeutet das: Das Ermittlungsverfahren ist abgeschlossen, ohne konkrete Hinweise auf eine Unfallursache. Jetzt wandert die Akte weiter zur Staatsanwaltschaft nach Hagen.

Die muss dann entscheiden, ob sie ein Verfahren eröffnen will oder den Fall abschließt. Alles, was im Raum stehen könnte, wäre im juristischen Sinne: die fahrlässige Körperverletzung eines Angehörigen, eben des Fünfjährigen auf der Rückbank.

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