Umleitung für Radfahrer zwischen Lünen und Werne ist eine Zumutung

Baustelle

Dass eine Umleitung länger ist als der direkte Weg, versteht sich. Doch was Radfahrer erleben, die der Umleitung an der Baustelle B54 in Höhe der Lüner Kneipe Greif folgen, ist eine Zumutung.

Lünen

, 11.06.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von Werne-Langern in Richtung Lünen ist der Radweg gesperrt.

Von Werne-Langern in Richtung Lünen ist der Radweg gesperrt. © Sylvia vom Hofe

Auf der Höhe der Kneipe „Das Greif“ geht es für Fahrradfahrer und Fußgänger zwischen Lünen und Werne zurzeit nicht weiter. Der Fuß- und Radweg entlang der viel und schnell befahrenen Bundesstraße 54 ist seit Dienstag (2.6.) gesperrt. Es gibt eine Umleitung. Die hat es aber in sich. Wer sie nutzt, braucht braucht viel Zeit, dicke Waden und einen guten Orientierungssinn.

45 Minuten statt 5 Minuten unterwegs

Nicht einmal zwei Kilometer lang ist das Teilstück des Fuß- und Radweges, den der Landesbetrieb Straßen NRW erneuern lässt: vom Greif in Lünen-Wethmar bis zur Einmündung Am Gerlingsbach in der schon zu Werne zählenden Bauerschaft Langern: ein Weg, für den Fahrradfahrer gut fünf Minuten benötigen. Wer den ausgeschilderten Umweg nutzt, muss wesentlich länger in die Pedalen treten: 45 Minuten mit dem Rad. Für Fußgänger ein Tagesausflug.

Um wann auch immer am Ziel anzukommen, ist nicht nur Geduld gefragt, sondern auch zumindest rudimentäre Ortskenntnis. Wer vom Greif aus die Oststraße hinaufgeht, steht schon vor dem ersten Problem. Wo geht es am Ende der Oststraße weiter? Ein gelbes U-Schild fehlt. Des Rätsels Lösung: „Erst links, dann gleich wieder rechts“- über das Dreischfeld in Richtung Cappenberg.

Dort angekommen geht es den Schlossberg mühsam hoch und dann wieder herunter. Das Ziel ist dort zum Greifen nahe: nur 1,5 Kilometer bis zum Baustellenende an der B 54, Einmündung Am Gerlingsbach in Langern. Doch statt dorthin, in die Bauerschaft Langern, weisen die Schilder geradeaus nach Werne: Varnhöveler Straße, Nordlippering und schließlich zur B54 in Richtung Lünen: satte 7,5 Kilometer zusätzlich.

Nicht jede Straße eignet sich als Umleitungsstrecke

Nicht jede Straße eigne sich als Umleitungsstrecke, sagt Nadia Leihs von Straßen NRW. Für die Umleitung eines Rad- und Fußweges entlang einer Bundesstraße könnten etwa nicht unbefestigte Pättken genutzt werden. Schade, denn dann ließe sich die Strecke in noch kürzerer Zeit bewältigen.

Für den Kfz-Verkehr gilt in diesem Bereich der B54 während der ersten drei Wochen der Bauarbeiten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde. Während der abschließenden Arbeiten steht ab Dienstag (23.6.) nur ein Fahrstreifen auf der B54 zur Verfügung, der Verkehr wird dann mit einer Baustellenampel geregelt.

Straßen.NRW investiert für die Sanierung dieses Teilstücks des Rad- und Gehwegs entlang der B54 etwa 110.000 Euro aus Landesmitteln. Vielleicht wäre da auch noch etwas Geld übrig für weitere Umleitungsschilder.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Vergewaltigung in Oberaden
Zeugin im Vergewaltigungs-Prozess: „Von dieser Seite kenne ich ihn nicht“