Uerdinger Profis bisher nicht zu Zugeständnissen bereit

Die Fußball-Profis des Drittligisten KFC Uerdingen sind bisher nicht bereit, finanzielle Einbußen hinzunehmen. Das berichtet die „Rheinische Post“ (Montag). Auch Gespräche der Vereinsführung mit den Spielern über Kurzarbeit sind laut Geschäftsführer Frank Strüver „bislang fruchtlos verlaufen. Wir sind verwundert darüber, dass bei den Spielern der Solidaritätsgedanke noch nicht so ausgeprägt zu sein scheint, wie es europaweit in der gesamten Gesellschaft der Fall ist“, sagte Strüver der „RP“.

30.03.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Michail Ponomarew, Präsident des KFC Uerdingen, fasst sich an den Kopf. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Michail Ponomarew, Präsident des KFC Uerdingen, fasst sich an den Kopf. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Die Clubführung um den millionenschweren Präsidenten Mikhail Ponomarev hat nach eigenen Angaben die Lizenzen für die zweite und dritte Liga sowie die Regionalliga fristgerecht beantragt und ergreift alle Maßnahmen, die eventuell notwendig sein könnten. „Im Vorjahr hat man uns Arroganz vorgeworfen, weil wir das nicht getan haben“, so Strüver. „Damals waren wir aber sicher, dass wir uns sportlich für die dritte Liga qualifizieren. Wie der Fußball und die Ligenstruktur aber in einigen Monaten aussehen werden, kann heute hundertprozentig niemand sagen.“

Daher wolle man für alle Eventualitäten gewappnet sein. Der Club informiere sich ständig über die Entwicklung der Corona-Krise. „Nur so ist es momentan möglich, Risikofürsorge zu betreiben und damit Arbeitsplätze zu sichern.“

Während die Profis noch zögerlich in Bezug auf einen Gehaltsverzicht sind, hat der KFC für die Geschäftsstellen-Mitarbeiter, die Trainer und das Funktionsteam bereits Kurzarbeit angemeldet. „Wir hoffen aber immer noch, dass der Funke der Solidarität auch auf die Spieler überspringt“, sagte Strüver. Wirtschaftlich spüre man die Auswirkungen der Aussetzung des Spielbetriebs. „Schon jetzt macht sich die Krise allein durch die fehlenden Einnahmen aus den Spielen gegen Duisburg und 1860 München bemerkbar. Insgesamt wirken sich die wirtschaftlichen Begebenheiten negativ auf das Geschäft aus“, sagte Stüber. Die Aussichten seinen „wahrlich nicht rosig“.

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