Überfall nach Inserat: Gericht rollt Prozess neu auf

Ein Mann überfällt die Verkäuferin eines Kinderbetts in ihrer Wohnung. Das Kölner Landgericht verurteilt den Täter zu viereinhalb Jahren Haft. Doch der BGH hebt das Urteil teilweise auf - das Landgericht muss sich erneut damit befassen.

20.08.2020, 02:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aufnahme des Kölner Amts- und Landgerichts. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Aufnahme des Kölner Amts- und Landgerichts. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Der brutale Überfall auf die Anbieterin eines Kinderbetts bei Ebay-Kleinanzeigen beschäftigt am Donnerstag (9.30 Uhr) in einem Revisionsverfahren erneut das Kölner Landgericht. Der 60 Jahre alte Angeklagte war im April 2019 wegen versuchter schwerer sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil in Hinblick auf das Strafmaß auf. Nun muss das Landgericht erneut über die Höhe der Strafe entscheiden. (Az.: 323 KLs 4/20)

Laut Urteil hatte sich der Angeklagte auf die Verkaufsanzeige einer 41-jährigen Frau aus Köln-Deutz gemeldet, die ein Kinderbett verkaufen wollte. Als die Mutter von zwei Kindern ihm für die vereinbarte Übergabe die Wohnungstür öffnete, attackierte er sie hinterrücks mit einem Messer und verletzte sie lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft hatte im ersten Prozess für den angeklagten Deutschen sieben Jahren und neun Monate Haft gefordert.

Das Gericht hatte in seiner damaligen Entscheidung einen zu Beginn des Prozesses geschlossenen Täter-Opfer-Ausgleich in Höhe von 25 000 Euro strafmildernd gewertet. Dies hatte der BGH gerügt. Denn die Tat war zunächst als versuchter schwerer Raub mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Vor diesem Hintergrund war auch der Täter-Opfer-Ausgleich geschlossen worden. Erst im Laufe des Prozesses kristallisierten sich sexuelle Motive heraus. (Az.: 2 StR 412/19)

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