TÜV Rheinland erwartet trotz Corona langfristig Zuwachs

Die Prüfgesellschaft TÜV Rheinland befürchtet keine anhaltenden negativen Folgen der Corona-Krise für ihre Geschäfte. „Langfristig rechnen wir trotz der im Moment stark eingetrübten Aussichten für die Weltwirtschaft mit einem weiter wachsenden Markt für unsere Prüfdienstleistungen“, sagte Firmenchef Michael Fübi am Montag. Die Pandemie zeige, „dass Menschen nicht auf Sicherheit verzichten wollen, dass Regierungen und die Gesellschaft den Anspruch an Sicherheit nicht herunterschrauben“.

27.04.2020, 15:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Hinweisschild einer Kfz-Prüfstelle des TÜV Rheinland steht neben der Unternehmenszentrale. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Ein Hinweisschild einer Kfz-Prüfstelle des TÜV Rheinland steht neben der Unternehmenszentrale. Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Spezielle Prüfleistungen seien durch Corona weit mehr als bislang gefragt. Aktuell baue der TÜV Rheinland in Deutschland und China Kapazitäten für die Prüfungen von Atemschutzmasken für den medizinischen Bereich auf. In Indien würden Beatmungsgeräte auf ihre Sicherheit geprüft.

Für das laufende Jahr rechnet der TÜV Rheinland aber mit erheblichen Umsatzeinbußen, sagte Fübi. Aktuell seien etwa 3500 der 9000 Mitarbeiter in Deutschland in Kurzarbeit. So könnten derzeit keine Führerscheinprüfungen durchgeführt werden. Auch der Akademiebetrieb ruhe. Dagegen seien die Labore und Standorte in China, wo der TÜV Rheinland rund 4000 Mitarbeiter hat, bereits seit Anfang März fast vollständig wieder in Betrieb. Insgesamt hat das Unternehmen etwa 21 400 Mitarbeiter.

Im vergangenen Jahr hat der TÜV Rheinland erstmals mehr als 2 Milliarden Euro umgesetzt. Die Erlöse stiegen um 4,4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Rund 47 Prozent des Umsatzes erzielt der TÜV Rheinland im Ausland. Dagegen lag das Ergebnis (Ebit) mit 135,6 Millionen um knapp 2 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

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