Tierfriedhof-Vorstoß der Werner FDP erntet wenig Sympathie

Tierbestattungen

Wenn es nach der Werner FDP geht, dann sollte sich die Stadt verstärkt um die Möglichkeit von Tierbestattungen bemühen. Doch mit diesem Vorstoß erntet die Partei nicht nur Sympathie.

Werne

, 09.03.2020, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Interesse an Tierbestattungen auf speziellen Tierfriedhöfen steigt - genauso wie der Ideenreichtum bei der Grabgestaltung. Hier ein Beispiel aus Dortmund.

Das Interesse an Tierbestattungen auf speziellen Tierfriedhöfen steigt - genauso wie der Ideenreichtum bei der Grabgestaltung. © Aloys Reminghorst

Sollte die Stadt es ihren Bürgern ermöglichen, geliebte Haustiere auf einem speziellen Tierfriedhof zu beerdigen? Ja, sagt die Werner FDP - und stellte deswegen einen entsprechenden Antrag, der zunächst im Bezirksausschuss Stockum und jüngst auch im Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne (KBW) diskutiert wurde.

Vor allem in letzterem sorgten die Freien Demokraten mit ihrem Vorstoß allerdings nicht gerade für Begeisterung. Die Partei wollte die Stadt damit beauftragen, zu prüfen, ob auf den kirchlichen Friedhofsflächen zukünftig Tierbestattungen stattfinden können. Dazu sollte die Stadt bei den Werner Kirchengemeinden nachhören, inwiefern eine Umsetzung möglich sei - und was sie wohl kosten würde.

CDU: Bloß nicht in städtischer Trägerschaft und auf geweihtem Boden

Die Reaktion der Ausschussmitglieder: Tierfriedhöfe? Na gut. Aber bloß nicht in kommunaler Trägerschaft und erst recht nicht auf geweihtem Boden: „Wir möchten nicht, dass die Stadt solche Tierfriedhöfe in Eigenregie betreibt. Das sind emotionale, private Nöte - aber es sind keine Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das sollte dann ein externer Anbieter übernehmen“, machte Ferdinand Schulze Froning deutlich.

Die FDP hatte ihren Antrag damit begründet, dass Tierhalter oft viele Jahre mit ihrem geliebten Haustier verbringen. Nicht selten seien die Tiere daher auch „Familienmitglied“ und letzter Weggefährte im Alter.

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Bisher sei es laut Friedhofssatzung nicht gestattet, Tiere auf dem Friedhof in

Werne oder Stockum bestatten zu lassen. „In den letzten Jahren gab es in dem Bereich jedoch ein deutliches Umdenken, so haben Städte wie Essen, Elmshorn, Aschersleben und Magdeburg diese Bestattungsmöglichkeit bereits zugelassen“, hieß es in dem Antrag.

FDP-Ausschussmitglied Peter Kaiser betonte in diesem Zusammenhang, er kenne viele Leute, die ihr verstorbenes Tier im Wald beerdigen würden. Und das könne ja auch keine angemessene Lösung sein. „Grundsätzlich wäre ein Tierfriedhof ein guter Ort dafür. Wir wollen ihn ja auch nicht unbedingt auf geweihtem Boden“, so Kaiser.

Suche nach einem geeigneten Investor

Bliebe noch die Frage nach einem geeigneten Investor. „Den könnt Ihr euch ja selber suchen. Ihr seid doch immer für private Initiative“, rief Klaus Schlüter (Grüne) Kaiser entgegen. Auch die Union sieht keinen Handlungsbedarf seitens der Stadt. „Warum sollten wir die Verwaltung jetzt mit einer Prüfung beauftragen, wenn es doch anscheinend schon einen Interessenten gibt“, fragte Markus Rusche (CDU).

Seitens der Kirchengemeinde St. Christophorus habe es zuletzt bereits Überlegungen in diese Richtung gegeben - mit Blick auf den Friedhof am Südring beziehungsweise eine dortige brachliegende Fläche des nicht mehr benötigten Erweiterungsareals.

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