Thyssenkrupp und RWE planen Zusammenarbeit beim Wasserstoff

Die Ruhrgebietskonzerne Thyssenkrupp und RWE planen eine Zusammenarbeit beim Einsatz von Wasserstoff in der Stahlproduktion. RWE könnte an seinem Kraftwerksstandort in Lingen im Emsland mit Ökostrom grünen Wasserstoff erzeugen, der dann über Leitungen zum Hüttenwerk von Thyssenkrupp in Duisburg transportiert wird. Der Stahlhersteller will mit dem Einsatz von Wasserstoff in den Hochöfen seinen Kohlendioxidausstoß verringern.

10.06.2020, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Hochöfner arbeitet am Hochofen von Thyssenkrupp. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Ein Hochöfner arbeitet am Hochofen von Thyssenkrupp. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

In Lingen könne ein 100-Megawatt-Elektrolyseur pro Stunde 1,7 Tonnen gasförmigen Wasserstoffs produzieren, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch. Das entspreche in etwa 70 Prozent des Bedarfs des in Duisburg für den Einsatz von Wasserstoff vorgesehenen Hochofens. Damit könnte die Produktion klimaneutralen Stahls für rund 50 000 Autos pro Jahr ermöglicht werden, betonte der Vorstandssprecher von Thyssenkrupp Steel, Bernhard Osburg. Voraussetzung für die Zusammenarbeit von RWE und Thyssenkrupp ist unter anderem die Entwicklung eines Leitungsnetzes für den Transport des Wasserstoffs.

Die beiden Unternehmen gaben ihre Planungen am Tag der Verabschiedung einer Wasserstoff-Strategie durch das Bundeskabinett bekannt. Neben den laufenden Förderprogrammen soll mit sieben Milliarden Euro erreicht werden, dass sich Wasserstoff am Markt durchsetzt, weitere zwei Milliarden sind für internationale Partnerschaften eingeplant. Bis 2030 sollen in einem ersten Schritt Erzeugungsanlagen für Wasserstoff von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung in Deutschland entstehen.

Weitere Meldungen
Meistgelesen