Theaterparkplatz: Trainer können trotz Bedenken bald mit Ehrenamtskarte frei parken

dzAusschuss

Trainer von Sportvereinen engagieren sich ehrenamtlich. Damit sie beim Training oder bei Spielen nicht noch Parkgebühren zahlen müssen, gibt es jetzt eine Lösung - die nicht allen gefällt.

Lünen

, 06.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich mindestens fünf Stunden wöchentlich engagiert und das seit mindestens zwei Jahren, kann die Ehrenamtskarte NRW beantragen. Wer die Ehrenamtskarte besitzt, darf bald auf dem Theaterparkplatz frei parken. Und zwar montags bis freitags von 16 bis 19 Uhr (danach ist das Parken generell kostenfrei) und samstags ganztägig. Am Sonntag ist das Parken wiederum frei.

Mit diesem Kniff will die Stadtverwaltung das Problem lösen, dass Trainer von Sportvereinen, die in der Rundturnhalle trainieren oder Wettkämpfe austragen, auch noch Parkgebühren zahlen müssen.

Bei CDU und SPD gibt es noch Bedenken

Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Dienstag (3.3.) empfahl eine Mehrheit aus Grünen, FDP, GFL und dem Vorsitzenden Rüdiger Billeb (SPD) diese Regelung endgültig im Rat abzusegnen. CDU und SPD enthielten sich.

In beiden Fraktionen gibt es noch Bedenken, hätte man es lieber gesehen, wenn die Vorlage noch mal juristisch überprüft worden wäre.

Die Ehrenamtskarte soll nun das Parkproblem für die Trainer lösen.

Die Ehrenamtskarte soll nun das Parkproblem für die Trainer lösen. © Foto Stadt Lünen

„Wir wollen die Entscheidung in den Rat schieben“, so Paul Jahnke (CDU). Er könnte sich vorstellen, dass demnächst auch Ehrenamtskarten-Besitzer aus anderen NRW-Städten kostenlos auf dem Theaterparkplatz parken. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns schreckt diese Aussicht nicht ab: „Wenn Leute aus anderen Städten kommen und hier einkaufen, finde ich das nicht schlimm. Auch nicht, dass Übungsleiter aus anderen Städten, die zu Spielen kommen, mit der Karte dann ab 16 Uhr kostenlos parken können.“

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Jahnke merkte an, dass viele in den Vereinen gar keine Ehrenamtskarte beantragt hätten. Man wolle das Problem aber schnell lösen. Ihm wäre es lieber, die Gebührenordnung zu ändern.

Klaus Rausch (FDP) kritisierte, dass man ja - wenn man kostenfrei parken wolle - die Ehrenamtskarte ins Auto legen müsse, dann aber beim Einkaufen in der Stadt dafür keinen Rabatt bekäme. Kleine-Frauns: „Wir werden keine Zweitkarten ausstellen, man muss dann abwägen, ob man lieber gratis parken oder Rabatt beim Einkauf bekommen möchte. Beides geht nicht.“

Der Bürgermeister ist „überzeugt, dass wir den Großteil der Zielgruppe erreichen.“ Man habe mehr als ein Jahr lang in mehreren Abteilungen nach einer Lösung gesucht. Der nun vorgelegte Vorschlag sei rechtlich geprüft. Über die Parkgebührenordnung könne man das Anliegen nicht regeln.

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„Und wenn wir nur Übungsleitern des Lüner SV Parkkarten ausstellen, geht das gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung.“ Die Lösung mit der Ehrenamtskarte sei auch beispielsweise in Emsdetten angewendet worden. Für die Verwaltung sei es eine langfristige Aufgabe, Wege zu suchen, wie man Menschen im Ehrenamt ihr Engagement erleichtern kann.

Am 12. März muss nun der Rat endgültig grünes Licht für den Vorschlag der Verwaltung geben.

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