Teures Abwasser: NRW mit vergleichsweise hohen Tarifen

In vielen Städten von Nordrhein-Westfalen sind die Abwassertarife vergleichsweise teuer. „Von den bundesweit 25 teuersten Städten liegen 15 in NRW“, berichtete Haus und Grund Rheinland Westfalen am Donnerstag in Düsseldorf. Dies geht aus einer Rangliste der 100 größten deutschen Städte hervor, die das Beratungsunternehmen IW Consult für den Eigentümerverband erstellt hat. Mönchengladbach, Wuppertal und Bergisch Gladbach gehören bundesweit zu den Städten mit den höchsten Preisen für Abwasser.

18.06.2020, 13:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Demnach hat in NRW Düsseldorf die günstigsten Tarife: Eine vierköpfige Familie zahlt 384,89 pro Jahr. Im bundesweiten Vergleich der günstigsten Abwasser-Preise kommt die NRW-Landeshauptstadt nur auf den 16. Platz. Da liegt Worms auf Platz eins, wo eine Musterfamilie nur 240 Euro im Jahr zahlt.

In Mönchengladbach dagegen fallen laut der Rangliste 938,85 Euro an; damit hat die Stadt die zweithöchsten Gebühren im bundesweiten Vergleich. Bundesweites Schlusslicht ist Potsdam. Hier sind 939,85 Euro fällig.

Der Eigentümer-Verband Haus und Grund erkannte an, dass auch äußere Bedingungen wie Hochwasserschutz oder das Alter des Kanalnetzes eine Rolle spielen. „Die Preisunterschiede sind aber so groß, dass sie nicht allein durch diese lokalen Besonderheiten zu erklären sind“, sagte Erik Uwe Amaya von Haus und Grund in NRW.

Die Stadt Hamm etwa habe es geschafft, die Abwasserkosten für eine Musterfamilie um jährlich 40 Euro zu senken. Mit 462 Euro liegt Hamm bundesweit jetzt auf Platz 33 - und im NRW-Vergleich auf Platz drei hinter Köln, wo 412,55 Euro fällig werden.

Die Stadtwerke halten nichts von solchen Analysen. Die Entgelte seien nicht vergleichbar, hieß es beim Verband kommunaler Unternehmen. Denn Rahmenbedingungen wie etwa Geografie und Bevölkerungsstruktur führten zu jeweils unterschiedlichen Kosten.

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